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Jacques Offenbach

Hoffmanns Erzählungen

Opéra fantastique in fünf Akten

Ein einzigartiges Werk zwischen Grand Opéra, Operettenseligkeit und romantischem Schauermärchen

Hoffmanns Erzählungen | © Teresa Rothwangl
Hoffmanns Erzählungen | © Teresa Rothwangl

Inhalt

Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen und Det Kongelige Teater Kopenhagen

Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada / Dayner Tafur-Díaz
Inszenierung: Stefan Herheim
Bühne: Christof Hetzer
Kostüme: Esther Bialas
Licht: Phoenix
Chorleitung: Rustam Samedov
Dramaturgie: Frederike Prick-Hoffmann / Olaf A. Schmitt (Bregenzer Festspiele)

Personen der Handlung

Olympia
Antonia
Giulietta
Die Muse
Niklausse
Stimme der Mutter
Hoffmann
Lindorf
Luther
Coppélius
Miracle
Dappertutto
Spalanzani
Crespel
Andrès
Cochenille
Pitichinaccio
Frantz
Hermann
Nathanael
Wilhelm
Chor der Oper Köln

Handlung

Vorspiel: Der Dichter Hoffmann ist – begleitet von seiner Muse – mit den Studenten in der Kneipe und klagt über die Unberechenbarkeit seiner Geliebten Stella. Hoffmanns Rivale ist der Stadtrat Lindorf. Hoffmann beginnt seine phantastische Geschichte zu erzählen: die Begegnungen mit drei Frauen, jeweils zerstört durch den in verschiedenen Gestalten auftretenden Lindorf.
Akt 1: Der Physiker Spalanzani hat Oympia, eine lebensgroße, bezaubernd aussehende mechanische Puppe geschaffen, die Augen stammen dabei von Coppelius, der nun seinen Anteil am Erfolg einfordert. Mit einer Brille, die alles als Idealbild erscheinen lässt, verliebt sich Hoffmann in die Puppe und wird zum Gespött der Gesellschaft.
Akt 2: Hoffmann verliebt sich in die musikliebende Sängerin Antonia. Ihr Vater Crespel hofft sie durch diese Verbindung zur Aufgabe des Gesangs bringen zu können. In die Quere kommt ihnen der gespenstische Doktor Orakel, der schon Antonias Mutter – auch sie Sängerin – zu Tode kuriert hat.
Akt 3: Im Palast der Kurtisane Giulietta wird gefeiert. Zwischen Tanz und Kartenspiel, werden Geschäft und Duelle ausgetragen. Aus dem Hintergrund tritt Dapertutto. Mit einem magischen Diamanten umgarnt er Frauen. Giulietta ist in seiner Hand und muss ihm immer neue Opfer verschaffen, indem sie ihnen ihr Spiegelbild und damit ihre Seele wegnimmt. Gerade ist ihr Schlemihl verfallen, doch nun soll Hoffmann ihr gehören. Von den Reizen der Kurtisane betört, verspricht ihr der Dichter sein Spiegelbild. Abermals wird er zum Gespött. Aus Wut ersticht er Pitichinaccio, den einzigen Mann, den Giulietta jemals geliebt hat und muss fliehen.
Nachspiel: Hoffmann ist mit seinen Erzählungen zu Ende. Stella kommt von der Oper zurück. Sie sucht Hoffmann und sieht, dass er betrunken ist. Enttäuscht lässt sie sich von Lindorf wegführen.

Zum Werk

„Phantastische Oper“ – so ist das von Jacques Offenbach als Fragment hinterlassene Werk überschrieben. Und tatsächlich finden sich Traum und Wirklichkeit, Dichtung und Tatsache unentwirrbar ineinandergeflochten. Der Protagonist ist dem Dichter E.T.A. Hoffmann nachempfunden. Dessen fantastische Erzählungen liefern mit ihrer schwarzen Romantik den Stoff für die einzelnen Akte, die als abgeschlossene Handlungen kontrastierend hintereinander gereiht sind und das gleiche Motiv in verschiedenen Tonarten durchspielen: Hoffmann verliebt sich in eine Frau, magisch-dämonische Elemente verwirren Sinn und Verstand, und Hoffmann steht blamiert und angeklagt da. Stets hat dabei ein in wechselnder Gestalt auftretender Widersacher die Finger im Spiel. Begleitung hat Hoffmann in einer Figur, die mal als Versinnbildlichung der Muse und mal als Freund, Niklaus, an seiner Seite steht.
Gemeinsam mit Michel Carré hatte Jules Barbier Leben und Texte des deutschen Romantikers schon 1851 zu einem Sprechstück verarbeitet. Die Umarbeitung zum Libretto und die Zusammenarbeit mit Jaques Offenbach begann 1871. Die Uraufführung selbst konnte jedoch erst am 10. Februar 1881 – nach Offenbachs Tod – erfolgen. Trotz des stürmischen Erfolgs der Aufführung in der Opéra-Comique konnte sich die Oper nur zögerlich im Repertoire verankern. Grund dafür war eines der größten Theaterunglücke der Zeit: Am Tage nach der Wiener Premiere am 7. Dezember 1881 brannte das vollbesetzte Ringtheater. Es war die größte Brandkatastrophe des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn, hunderte Menschen starben. Auch wenn es technische und organisatorische Versagen waren, die zum Unglück führten, heftete es der Theateraberglaube an das Stück.
Die Inszenierung von Stefan Herheim, bekannt für eine opulente und sinnenergreifende Ästhetik, betont die Frage von Projektionen und Identität. Nicht nur die Frauenfiguren verschwimmen ineinander, sondern sie werden auch als Hoffmanns ureigene Hirngespinste sichtbar, wenn er selbst als Puppe nachgebildet oder in dem Kostüm auftritt, zu dem alle Frauen konzentriert sind: als Anziehpuppe in Korsage und für eine beliebige Perücke vorbereitetem Glatzkopf.
Die Uraufführung 2015 in Bregenz wurde von der Presse umfassend gewürdigt. Sprechend Christian Wildhagen in der „Neue Zürcher Zeitung“:
[…] Sie ist das Musterbeispiel einer Regiearbeit, in der die uralte Kunstform Oper endlich einmal wieder mit allen Mitteln die Sinne verführen darf. Denn dieser „Hoffmann“ ist drastisch, derb und prall, er ist bitterböse und von der allerschwärzesten Romantik durchdrungen, manchmal chaotisch und auch ein bisschen pennälerhaft. […]
[…] der Sog dieser Bühnen-Erzählung ist so stark und bei aller Perspektivenvielfalt so zielgerichtet, dass man kaum zu atmen wagt, bevor nicht die Welt des versoffenen Dichter-Genies und verzweifelten Liebhabers komplett in Trümmern liegt. […]
[…] Bunt wie im Cabaret geht es dort zu. Dem zunehmend vernebelten Dichterhirn entspringen die absonderlichsten Gestalten: eine Singpuppe namens Olympia, die hier freilich schon bald den Schlüssel zu ihrem inneren Mechanismus entdeckt und sich prompt in albtraumhafter Weise gegen ihren Erfinder wendet; oder die schwindsüchtige Sängerin Antonia, die Leben und Bühne so hingebungsvoll verwechselt, dass sie den Unterschied kaum mehr bemerkt, als ihr beim Singen der «echte» Tod die Hand auf die Schulter legt […]





Genre:
Oper

Spielstätte

Opernhaus Köln
Offenbachplatz 1
50667 Köln
Linien 1, 7, 9, 136, 146 bis Haltestelle Neumarkt
Linien 3, 4, 5, 16, 18 bis Haltestelle Appellhofplatz

Die Eintrittskarte ist Fahrausweis im erweiterten VRS-Netz (2. Klasse) ab 4 Stunden vor der Veranstaltung bis Betriebsschluss in der Nacht.

Tickets & Termine

Dezember 2026

Sa.
19.
Dez
Samstag, 19. Dezember 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Februar 2027

Sa.
27.
Feb
Samstag, 27. Februar 2027 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Spielzeit 2026/27

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Oper in Bonn und Köln

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Inhalt: Der Rosenkavalier · Das Mädchen aus dem Goldenen Westen · Die Zauberflöte · Die verkaufte Braut · +4