Geiger, Arno: Unter der Drachenwand

Unter der Drachenwand
Foto: Hanser
Unter der Drachenwand
Foto: Hanser

kultur 150 - November 2018

Dieses warmherzige Buch (mir fällt kein besseres Wort dazu ein), zeigt Arno Geiger, der uns schon viele Bücher geschenkt hat, von einer neuen Seite.
Er, 1968 geboren, erzählt vom Krieg, vom Überleben, von der Liebe.
Der Krieg ist allgegenwärtig, auch im kleinen Ort Mondsee am Mondsee, der scheinbaren Idylle im Salzkammergut. Es ist 1944, der Krieg ist im 5. Jahr, die Front ist beinahe überall in Ost und West, die Bomben zerstören die Heimat ...

Der Mondsee glitzert, die Drachenwand überragt ihn und trägt zu den Katastrophen des Jahres bei.
Veit aus Wien, schwer verwundet an der Ostfront, sucht in dem kleinen Ort Erholung. Er will keinen Krieg mehr, er will endlich leben, er ist 24 Jahre alt und hat schon soviel versäumt. In der jungen „Reichsdeutschen“ Margot, die aus Darmstadt stammt und deren Mann im Osten kämpft, begegnet ihm die Liebe, aber es gibt keinen Frieden, auch nicht in Mondsee.

Schon wieder ein Kriegsbuch? Nein, es ist in erster Linie ein Buch über Menschen, über das Ausgeliefertsein an Mächte, und über die Kraft, gegen- und durchzuhalten.
Dass ein Mann es schrieb, der erst 25 Jahre später geboren wurde, zeigt, wie ungeheuer aktuell das Thema leider ist, so dass man es mit viel Anteilnahme liest. Ob jedes Buch über Krieg und Angst und Vernichtung auch ein Buch über Sehnsucht und Hoffnung ist? Arno Geiger hat jedenfalls eines geschrieben.

Arno Geiger
Unter der Drachenwand
Hanser, 1/2018,
480 Seiten, gebunden,
19,99 €

Montag, 21.01.2019

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