Kutscher, Volker: Der stumme Tod

kultur Nr. 60 - November 2009

Ich habe in meinem Leben schon einige zig-tausend Romane gelesen, und ich bin immer sehr froh, wenn ich einen finde, dessen Thema mir neu und unbekannt ist. Wenn ich Ihnen heute also einen Krimi vorstelle, so nicht nur, weil er gut ist, sondern vielmehr, weil mir das Thema neu und noch nicht „abgehandelt“ scheint. Es geht um Mord, natürlich, sogar um einige Morde, aber sie spielen in einem Milieu, das den meisten Lesern wohl nicht unbedingt bekannt ist: im Filmmilieu, aber das ist es auch noch nicht. Es spielt Anfang der dreißiger Jahre, ehe Hitler an der Macht war, und es hat den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm als Thema.
Ein paar schöne junge Frauen sind die Opfer, ein kantiger und sehr eigenwilliger Polizeibeamter versucht, hinter die Geheimnisse zu kommen, Berlin ist der Schauplatz. Berlin zwischen Inflation und Drittem Reich, die Weimarer Republik in ihren letzten Zügen, Rauschgift, Korruption und große Armut,
sehr genau recherchiert und in eine sehr spannende Handlung gebracht.
Es ist ein dickes Buch, das zweite um den Kölner Kommissar Rath, der nach Berlin strafversetzt wurde und für den Oberbürgermeister Adenauer nebenbei einen Erpressungsversuch aufklären soll.
Und das erste, das „Der stumme Fisch“ heißt, werde ich mir sofort besorgen. Mehr, denke ich, kann ich als „Empfehlung“ nicht bringen, oder?

Der stumme Tod
Roman von Volker Kutscher,
Kiepenheuer &?Witsch,
Februar 2009,
541 Seiten, gebunden, 19,95 €.

Mittwoch, 05.01.2011

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