Harmonium

kultur 100 - November 2013

Das Harmonium ist ein Tasteninstrument, bei dem die Töne von unterschiedlich langen durchschlagenden Zungen erzeugt werden, die von Luft umströmt in Schwingung versetzt werden. Es wurde 1780 von einem Petersburger Orgelbauer erfunden. Die Bezeichnung Harmonium kam 1840 in Paris auf. Das Instrument gehört zur Familie der Aerophone; einen ähnlichen Mechanismus der Tonerzeugung haben auch das Akkordeon oder die Mundharmonika.
Eine durchschlagende Zunge besteht in der Regel aus Metall, die an einem Ende an einem Rahmen befestigt ist. Trifft Luft auf die Zunge, biegt sich der bewegliche Teil durch den Rahmen hindurch hin und her und erzeugt so eine Schallwelle. Eine erhebliche technische Verbesserung wurde erzielt, als das Harmonium mit Saugluft anstatt mit Druckluft eingerichtet wurde. Während das mit Saugluft angetriebene Harmonium einen weichen summenden, teilweise orgelartigen Klang hat, ist das mit Druckluft betriebene Harmonium kräftiger und schärfer im Ton und mit einem Akkordeon vergleichbar. Bei beiden Systemen wird der Blasebalg durch Pedale vom Spieler selbst betrieben. Es gibt aber auch mehrmanualige Harmonien mit Pedal und elektrisch betriebenen Blasebälgen.
Das Harmonium wurde häufig als Orgelersatz in Kirchensälen und kleinen Gottesdiensten eingesetzt. Als Hausinstrument eignet es sich zum Spielen von kirchenmusikalischen Werken.
Richard Strauss verwendete das Harmonium in seiner Oper Ariadne auf Naxos. Sigfrid Karg-Elert komponierte zahlreiche Werke eigens für das Harmonium und schuf den umfangreichsten und bedeutendsten Werkkatalog für dieses Musikinstrument. E.H.

Dienstag, 25.02.2014

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