Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

L'incoronazione di Poppea

L'incoronazione di Poppea
Foto: Matthias Jung
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DIE KRÖNUNG DER POPPEA Dramma per musica in drei Akten Libretto von Francesco Busenello
Oper - Claudio Monteverdi

Musikalische Leitung: George Petrou// Alessandro Quarta
Inszenierung: Ted Huffman
Bühne: Johannes Schütz
Adaption Bühne: Anna Wörl
Kostüme: Astrid Klein
Licht: Bertrand Couderc
Dramaturgie: Antonio Cuenca Ruiz

Zur Handlung

Prolog
Fortuna (Schicksal) und Virtù (Tugend) streiten sich, wer in der Welt das Sagen hat. Amor reklamiert die Oberhand für sich. Sie wetten.

1. Akt
Ottone kehrt aus dem Kriegsdienst nach Hause zurück. Vor dem Haus der geliebten Poppea erblickt er die Wachen des Kaisers. Ottone ist zerstört, während Poppea ihre Liebe zu Nero feiert. Dienerin Arnalta warnt vor dem wankelmütigen Kaiser und seiner Gattin Ottavia. Diese beklagt in den kaiserlichen Gemächern ihrer Amme ihr Schicksal der betrogenen Ehefrau. Seneca tritt trotz der Gefahr als verbündeter Ottavias auf. Er warnt Nero, durch die Verbindung mit Poppea, Volk und Stände nicht zu verärgern. Erbost befielt Nero Seneca den Selbstmord. Von Poppea abgelehnt, tröstet sich Ottone mit Poppeas Hofdame Drusilla, die schon seit langem in ihn verliebt ist.

2. Akt
Merkur überbringt Seneca das Todesurteil. Senecas Freunde bedauern sein Schicksal. Er bittet sie das Bad zu bereiten, wo er seine Pulsadern aufschneiden wird. Nero und sein Vertrauter Luca feiern, dass der Weg zur Hochzeit mit Poppea frei ist, währen Ottavia Ottone zu sich bestellt hat. Statt ihrer soll er sich an Poppea rächen. Bestürzt trifft Ottone auf Drusilla, in ihren Kleidern begibt er sich zu Poppea.
Poppea sieht sich am Vorabend ihrer Krönung am Ziel ihrer Träume und legt sich zur Ruhe. Ihre Amme versprich ihr auf sie zu wachen. Ottone erscheint in Verkleidung. Als er den Degen über der schlafenden Poppea erhebt, schreitet Amor ein. Poppea erwacht, Ottone gelingt es zu entkommen.

3. Akt
Zu Hause erwartet Drusilla freudig ihren Liebhaber. Doch an seiner Stelle kommen Soldaten, um sie des Mordes zu überführen. Als Nero erscheint und ihr mit der Folter droht, opfert sich Drusilla und behauptet sie selbst habe Poppea umbringen wollen.Da erscheint Ottone und gesteht die Wahrheit. Nero triumphiert, gibt es ihm doch den ersehnten Anlass sich von seiner Gattin zu trennen. Er bestraft Ottone mit dem Entzug aller seiner Güter und verweist ihn aus Rom. Nero sendet seine Soldaten aus, um die Kaiserin mit dem nächsten Schiff ins Ungewisse zu schicken. Wehmütig nimmt Ottavia Abschied von Rom. In einer feierlichen Zeremonie wird Poppea zur Kaiserin gekrönt. Amor triumphiert, er hat die Wette gewonnen.

Zum Werk
Claudio Monteverdi wird in der Operngeschichte mit den Anfängen der Gattung assoziiert. Sein „Orfeo“ von 1607 gilt als eines der ersten Werke des neuen Genres, das noch keineswegs eine feste Form aufweist. Die Musik folgt eng dem Text, die Handlung kreist um eine Figur der Mythologie, die mit ihrem Gesang ihre Umwelt verzaubert und den Gesang auf diese Weise plausibel erscheinen lässt. Die „Krönung der Poppea“ entsteht rund 40 Jahre später. Dazwischen liegt ein Quantensprung für Monteverdi wie für die Gattung an sich. Hatte das neuartige Drama mit Musik zunächst als künstlerisches Experiment intellektueller Kreise begonnen, so wurde es fast umgehend in die höfischen Festlichkeiten integriert. Es entfaltete sich dort eine ungeheure Pracht in Bezug auf Ausstattung und Virtuosität der Musik. Die neue Form traf derart den Nerv der Zeit, dass bereits 1637 in Venedig das erste kommerzielle Operntheater eröffnete. Hier bedurfte man nun nicht mehr der fürstlichen Einladung, sondern der Zugang wurde durch die Entrichtung einer Eintrittsgebühr geregelt. Nicht zufällig öffnete das erste öffentliche Haus in Venedig, zog die Stadt doch besonders zur Karnevalszeit vermögende Reisende aus allen Ländern Europas an. Bereits 1641 zählte die Stadt drei weitere Theater.
Zur Uraufführung kam „Die Krönung der Poppea“ in der Karnevalssaison 1642/43 es ist Monteverdis erstes Werk für Venedig und wird richtungsweisend für die sogenannte Venezianische Schule. Es ist das erst Werk, das sich nicht mehr einem mythologischen, sondern einem historischen Sujet widmet. Gezeigt wird eine dekadente Gesellschaft voll von egoistischen, skrupellosen und zynischen Menschen. Verfasser des Librettos war der venezianische Advokat und Dichter Francesco Busenello. Librettist und Komponist wählten ein Arsenal von Rollentypen, die zukunftsweisend wurde. Zuallererst ist der Gegensatz des Paares von hohem Stande (Nero / Poppea) und dem des niederen Standes zu (Ottone / Drusilla) zu nennen. Weiters sind die komödiantischen Personen aus dem Volk (die Ammen, die Bediensteten), die Rolle der Intrigantin (Ottavia) und die Hosenrolle des Pagen zu nennen. Vermieden werden lange Monologe, vielmehr entstehen durch hinzutretende Figuren Dialoge und Handlungswendungen. Dabei sind die Charaktere der Figuren fein gezeichnet: Nero ist von impulsivem, brutalem und triebhaftem Wesen. Seneca erscheint als aufrechte sympathische Gestalt, der unbeirrbar am Recht festhält. Wird Poppea in der Geschichtsschreibung vor allem kalter Ehrgeiz nachgesagt, so ist es bei Monteverdi schicksalshafte Liebe. Auch die kleineren Rollen sind fein gezeichnet: Ottavia als gekränkte und Gram verzehrte Verlassene, Ottone, der obwohl als schwächliche und wankelmütige Person auftretend, doch Mitleid erregt.

Zur Inszenierung
Wie der Zeiger eines Glücksrades hängt ein schwarz-weißer Balken über der Szene. Es ist Amor, der ihn mit seiner Herausforderung in Bewegung setzt und damit die Spannung in Gang setzt: wie wir dieses Spiel von Macht, Liebessehnsucht und Intrige ausgehen?
Ted Huffman lässt die drei Allegorien Schicksal, Tugend und Amor als Vorausdeutung uns Alter Ego der die drei weiblichen Hauptfiguren Ottavia, Drusila und Poppea auftreten, entsprechend ergreifen sie Partei für das nun eintretende Ensemble der Schauspieler.
Eingefasst ist die Szene in einen goldenen Rahmen, ein Historiengemälde, in dem wir Obsession und Macht studieren können. Vom Rande des Spielfeldes betrachtet das Ensemble die Handlung, schlüpft in die nächste Maske, wartet auf die nächste Wendung.

Im Zentrum der Spielfläche: Poppea und der römische Kaiser. Diese Poppea überzeugt nicht nur durch ihr Spiellust und Aussehen, sondern auch durch ihre verführerische Stimme. Der Sog entfaltet sich aber auch, weil das männliche Pendant, der Counter Jake Arditti, sowohl seine sichere, auch zum kraftvollen Ausbruch fähige Stimme einsetzt, als auch sein Sixpack, dass er auch unter dem Smokingjackett weiter präsentiert.
Es sind zwei sehr besondere, überzeitliche Charaktere voll auflodernder, durch nichts und niemanden zu bremsende Leidenschaft, ja erotische Gier bei Nerone und den gezielten Einsatz aller weiblichen Verführungskünste durch Poppea andererseits. Die Kollateralschäden werden dadurch, wenn nicht aufgehoben, so doch in den Hintergrund gerückt.


Dr. T. Sofie Taubert-Marx

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Letzte Aktualisierung: 20.06.2024 21:01 Uhr     © 2024 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn