Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

Un ballo in maschera

Jan-Philipp Gloger | Regie
Foto: Konrad Fersterer
Jan-Philipp Gloger | Regie
Foto: Konrad Fersterer

EIN MASKENBALL Melodramma in drei Akten Libretto von Antonio Somma
Oper - Giuseppe Verdi

Musik: Giuseppe Verdi (1813 - 1901)
Text: Antonio Somma (1909 - 1864)

Musikalische Leitung: Giuliano Carella
Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Sibylle Wallum
Licht: Andreas Grüter
Chorleitung: Rustam Samedov
Dramaturgie: Svenja Gottsmann

Personen:
Riccardo
Renato
Amelia
Ulrica
Oscar
Silvano
Tom

Statisterie der Oper Köln
Chor der Oper Köln
Gürzenich Orchester Köln


Vorgeschichte:

Un ballo in maschera ist eine Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi. Das Libretto von Antonio Somma basiert auf Eugène Scribes Drama Gustave III ou Le Bal masquè – und beruht auf einer wahren Geschichte: Der schwedische König Gustav III. galt als schillernd, aufgeklärt, bisexuell und lebenslustig. Die Privilegien des Adels wollte er abschaffen, weshalb er sich Feinde zuzog und auf einem Maskenball in der Stockholmer Oper durch einen Schuss tödlich verwundet wurde. Auch andere historische Details übernahm Verdi – zum Beispiel die amouröse Beziehung zu seinem Pagen Oscar oder die Occultistin-Wahrsagerin Ulrica.
Die italienische Zensur, die darin einen revolutionären Stoff witterte, lehnte die Oper ab, aber Verdi gewann viel Verständnis bei seinen Landsleuten, die für die künstlerische Freiheit demonstrierten. Dennoch musste er die Oper aus Neapel abziehen, Inhalte und Namen ändern und den Stoff nach Boston verlegen.
Diese zweite Fassung wurde 1859 in Rom uraufgeführt (nun unter dem heute üblichen Namen Un ballo in maschera), mit großem Erfolg für Verdi, der als Freiheitsheld gefeiert wurde: Vittorio Emanuele Re d’Italia.
Heute spielt man fast nur noch diese 2.Fassung.

Inhalt:
1.Akt
Riccardo ist erfreut, auf der Einladungsliste zum Maskenball auch seine heimliche Liebe Amelia, die Frau seines Sekretärs Renato, zu finden. Dieser warnt ihn vor einer politischen Verschwörung. Die Wahrsagerin Ulrica verschreibt Amelia ein Mittel gegen ihre unerwünschte Liebe – das Kraut fände sie heute Nacht auf dem Galgenberg. Riccardo tritt Ulrica verkleidet gegenüber und erfährt, dass er bald von jemandem, der ihm als Erster die Hand reiche, ermordet werden würde. Keiner will ihm die Hand geben – außer seinem Freund Renato, beide lachen über diese Prophezeiung.

2.Akt
Riccardo ist heimlich Amelia gefolgt, die ihm ihre unerlaubte Liebe gesteht. Renato findet ihn und warnt ihn nochmal vor Attentätern. Amelia gibt sich zu erkennen, und Renato verbündet sich mit den Verschwörern.

3.Akt
Renato will aus Rache seine Frau töten, aber auf ihre Bitte um Aufschub entscheidet er sich um und lost unter den Verschwörern aus, wer Riccardo umbringen soll – das Los fällt auf ihn selbst. Riccardo schreibt einen Erlass, der Renato mit seiner Frau Amelia Richtung England bringen soll – er möchte die Ehe und Liebe seines Freundes nicht gefährden. Trotz Warnungen nimmt Riccardo am Maskenball teil. Sein Page Oscar verrät Renato nicht Riccardos Kostüm, aber Renato entdeckt Riccardo, als er sich von seiner Frau verabschiedete, und bringt ihn um. Riccardo verzeiht ihm, sterbend, und beteuert seine Unschuld. Ulricas Prophezeiung hat sich erfüllt.

Zur Musik:
Giuseppe Verdi (1813-1901) gilt als italienischer Komponist der Romantik, der vor allem durch seine Opern bekannt wurde – in der Nachfolge eines Rossini, eines Donizetti. Un ballo in maschera gehört zu seiner mittleren Schaffensperiode, in der noch immer schwelgerische Melodien und dramatischer Ausdruck wie in Rigoletto, Il trovatore oder La traviata vorkommen, aber noch viel feinsinnigere, ineinander sich verschiebende lustige und traurige Elemente hervortreten - Dur und Moll können sich sehr schnell abwechseln. Das Orchester wird von Verdi fast kammermusikalisch behandelt. Musikalische Höhepunkte sind Renatos Arie „Eri tu“ sowie das Liebesduett im 2.Akt.

Zur Inszenierung:
„Verdis Figuren unterliegen dabei allesamt dem Konflikt zwischen der von der Gesellschaft auferlegten äußeren Fassade und ihren inneren hochemotionalen Gefühlen. Doch was passiert, wenn die Masken fallen? Regisseur Jan Philipp Gloger und sein Team hinterfragen die sozialen Rollenspiele und begeben sich auf die Suche danach, was sich hinter den Masken verbirgt“ schreibt die Oper Köln.

Der 1981 in Hagen geborene Regisseur Philipp Gloger ist ein ausgewiesener und ausgezeichneter Schauspiel-Regisseur, der momentan auch als Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg tätig ist. Die Geschichte der Oper, die ursprünglich im Schwedischen Königshaus und Umgebung spielte, musste von Verdi selbst aufgrund der Zensur nach Boston verlegt werden. Gloger möchte sie dort verorten, „wo sie hingehört“: Nach Italien und in die Zeit des Komponisten! Der Königsmord an Umberto I. (1900) wird zum Ausgangspunkt, die sozialen Spannungen in Italien kurz vor Verdis Tod spiegeln sich in der Fassung ebenso wieder wie das Fin de siècle – das dekadente System, die Angst des Adels vor der Revolution, die Spannungen zwischen dem Adel und dem Volk. Renato wird zu einer politischen Figur, der das Volk anführen soll. Gloger lässt im Einheitsbühnenbild spielen (dem Palast Riccardos, wo auch der Maskenball stattfindet). Ulrica ist keine Hexe oder Wahrsagerin, sondern eine aufgeklärte „Geschäftsfrau“, der „Page“ Oscar changiert wie schon in früheren Fassungen zwischen Mann und Frau und wird zum Inbegriff der Dekadenz.

Mit dem gebürtigen Mailänder Giuliano Carella steht ein Verdi-Spezialist per excellance am Pult des Gürzenich-Orchesters.













Sabine von Imhoff

DruckenSpielstätteninfo

TERMINE

Momentan können wir Ihnen leider keine Termine anbieten.

Unsere Datenbank wird durchsucht.

Merkliste

Veranstaltung

Momentan befinden sich keine Einträge in Ihrer Merkliste.



Letzte Aktualisierung: 22.02.2024 21:01 Uhr     © 2024 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn