Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

Les Troyens

Les Troyens | Staatenhaus
Foto: Teresa Rothwangl
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Foto: Teresa Rothwangl

Grand Opéra in fünf Akten
Oper - Hector Berlioz

Poéme lyrique in fünf Akten von Hector Berlioz
Libretto vom Komponisten

Inszenierung: Johannes Erath
Bühne und Kostüme: Heike Scheele
Video: Bibi Abel
Licht: Andreas Grüter
Dramaturgie: Stephan Steinmetz

Personen der Handlung
Énée (Äneas), trojanischer Held, Sohn der Venus
Ascagne (Ascanius), Sohn von Énée
Panthée, trojanischer Priester

in Troja:
Cassandre (Cassandra), trojanische Prophetin, verflucht, dass niemand ihr glaubt
Chorèbe, asiatischer Prinz, Cassandres Verlobter
Priam (Priamos), letzter König von Troja
Hécube (Hekuba), Königin von Troja
Helenus, trojanischer Priester
Polyxène, Schwester von Cassandre

in Karthago
Didon (Dido), Königin von Karthago
Anna, deren Schwester
Narbal, Minister Didos
Iopas, ein karthagischer Dichter
Hylas, ein junger Seemann
Gott Merkur

Zur Handlung
1. Teil - Die Einnahme von Troja

1. Akt
Die Griechen seinen ihr Lager vor den Toren Trojas verlassen zu haben. Einzig ein riesiges hölzernes Pferd ist dort noch zu finden. Cassandra warnt vor dem Pferd, doch wie es der Fluch will, mit dem sie belegt ist, keiner glaubt ihr. Als plötzlich Aeneas herbeistürzt, berichtet er davon, wie Lacoon versucht habe das Pferd zu vernichten, doch es seien zwei Schlangen aufgetaucht und hätten diesen erwürgt. Das Volk sieht sich in der Auffassung bestätigt, bei dem Pferd handele es sich um eine Opfergabe für die Götter und man geleitet das Pferd in die Stadt. Cassandras erneutes Warnen verstummt ungehört.

2. Akt
Aeneas schreckt in der Nacht durch Waffenlärm geweckt auf und glaubt den Schatten des gefallenen Hector zu sehen. Dieser verkündet ihm er solle Troja verlassen, nach Italien gehen und dort ein neues, mächtigeres Reich gründen. Dieser mahnt ihn zur Flucht und beschreibt die Gefahr der Griechen. Pantheé kommt hinzu und berichtet ebenfalls von verheerenden Verlusten. Cassandra betrauert den Tod ihres Verlobten und sieht ihre Mahnungen bestätigt. Sie fordert die übrigen trojanischen Frauen ihr in den Tod zu folgen, um Entehrung und Versklavung zu entgehen. Sterbend ruft Cassandra „Italien!“ aus. Als die Griechen vordringen, müssen sie feststellen, dass Aeneas samt dem Trojanischen Schatz geflohen ist.

2. Teil - Karthago

3. Akt:
In Karthago wird der Königin Dido gehuldigt und man feiert ausgelassen. Doch trübt die Trauer über den Tod ihres Gatten die festliche Stimmung der Königin. Plötzlich wird das Nahen einer fremden Flotte verkündet. Verkleidet erreichen die Trojaner Karthago. Ascanius legt der Königin wertvolle Geschenke zu Füßen und man bietet ihr an die Karthager bei Kampf gegen die bedrohlich heranrückenden Nubier zu unterstützen. Dido, nebenbei auch von der stattlichen Erscheinung des Aeneas angetan, willigt ein.

4. Akt:
Die Nubier sind besiegt. Dido und Aeneas haben Zeit füreinander und kommen sich näher. Doch das Glück der beiden lässt Didos Minister Narbal hadern, denn die Königin lässt ihre Regierungsaufgaben schleifen, seitdem sie Aeneas kennt. Didos Schwester Anna freut sich für das junge Glück. Aeneas erzählt die Geschichte von Hector und seiner Frau, was Dido als Zeichen nimmt, ihren ersten Gatten vergessen zu dürfen. Über den Liebenden erscheint der Gott Merkur und deutet gen Italien.

5. Akt:
Die Anführer des trojanischen Heers werden ungeduldig, zu lange ist man schon fern der Heimat. Sie überzeugen Aeneas so schnell wie möglich zurückzukehren. Dieser weiß, dass er Dido verlassen muss. Dido wiederum ist entsetzt und fleht Aeneas an wenigstens noch eine Weile zu bleiben. Auch überzeugungsversuche Annas helfen nicht. Aeneas reist ab und lässt eine verzweifelte Dido zurück. Diese will sterben und so stürzt sie sich vor einem großen Scheiterhaufen in ihr eigenes Schwert – sterbend hat sie die Vision eines mächtigen römischen Reiches und von Kaiser Augustus. Die Karthager beschwören den ewigen Hass gegen Rom.

Zum Werk
Die Welt der griechischen und römischen Mythologie hatten den jungen Hector Berlioz schon als Kind begeistert. Es war sein Vater, der ihm die Schriften Vergils nahebrachte, dessen Aeneis, die den Gründungsmythos Roms beinhaltet, ihn sein Leben lang faszinierte. Nun war Berlioz als er mit der Komposition der „Trojaner“ begann schon über 50 und er arbeitete bis zur ersten Aufführung des zweiten (!) Teils 1863 immer wieder an dem Opus. Doch dem Werk war ein schwieriger Start auf die Bühne bestimmt. Der erste Teil wurde erst 10 Jahre nach Berlioz Tod 1879 aufgeführt. Aber wie kam es dazu? Berlioz hat ein Mammutwerk geschaffen, das in seinen Anforderungen an das Orchester und besonders den Chor wohl gerade in der französischen Oper einzigartig ist. Hinzu kam aber, dass die Wahl des Stoffs nur noch wenig dem Zeitgeist entsprach. Man hatte sich von den großen historischen Stoffen weitestgehend verabschiedet, Wagner sorgte mit seinen Werken für Furore und nachdem zuletzt Cherubini und Spontini noch „Dido und Aeneas“-Vertonungen auf die Bühne gebracht hatten, war der Bedarf – gerade in diesem gigantischen Ausmaß – nicht gegeben. Das zu dieser Zeit auf den Bühnen viel stärker fokussierte persönliche, menschliche Drama bemüht
Berlioz zeitweise, doch es muss immer wieder hinter opulenten, üppig besetzten Tableaus zurückbleiben. Zum Glück gab immer wieder Musikbegeisterte, die die Qualität und die Einzigartigkeit der Musik erkannten und man mühte sich immer wieder um Aufführungen, die zunächst mit großen Strichen und Kürzungen einhergingen. 1955 war es soweit und das Werk wurde erstmals komplett an einem Abend in Boston aufgeführt. Von da an folgten immer wieder Produktionen, die aber einzig den ganz großen Häusern vorbehalten blieben, da die personellen Anforderungen, aber auch die musikalischen Anforderungen an die
Solisten immens waren und sind.


Sebastian Jacobs

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Letzte Aktualisierung: 01.12.2022 21:01 Uhr     © 2022 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn