Theater à la carte
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Dr. Benedikt Holtbernd
Vortragsreihe zu “Otello” (Premiere: 22.3.26)
Giuseppe Verdi, der erfolgreichste italienische Opernkomponist seiner Zeit, konnte auf ein reiches Spektrum seines Schaffens zurückblicken. Er war bereits vor seiner vorletzten Oper als weiser Bauer darum bemüht, die neue Entwicklung der Oper in die Hände junger, von ihm geförderter Komponisten zu legen. Doch mit dem „Otello“ reisst er mit ungeheurer Wucht alle ‚Gesetze‘ der Oper ein, stürzt die Opernwelt in eine neue furiose Urgestalt von Musiktheater, die keine Regeln mehr kennt und doch das Publikum mitzieht in eine Welt zwischen teuflischem Abgrund und himmlisch sanfter Erlösung.
Shakespeare war sein Angelpunkt eruptiver Seelenbefreiung. Auf welchen Ebenen hat er die Neuzeit des Musiktheaters geöffnet? Wie unterscheidet sich „Otello“ von seinen vorherigen Opern?
Die Themen der Sitzungen sind:
1. Die Kirche als Reibungspunkt religiöser Bindung
2. Die Radikalität dramaturgischer Freiheit
3. Die Befreiung des Gesangs aus den festgefügten Formen der Arien
4. Die Instrumentation in neuer Freiheit der schroffen Gegenüberstellung eines vollen Orchesterklanges und einsamer signifikanter Soloinstrumente
5. Die losgelöste Harmonie als Fokussierung psychischer Durchdringung der Charaktere ohne Notwendigkeit eines klaren dramaturgischen Gefüges
6. Die Szene als unabdingbare Notwendigkeit der Umsetzung der kompositorischen Vorgaben.
Der Referent:
Dr. Benedikt Holtbernd studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte über "Die dramaturgischen Funktionen der Musik in den Schauspielen Goethes". Gleichzeitig studierte er Gesang. Er war Dramaturg, Pressesprecher, Künstlerischer Betriebsdirektor und Operndirektor an verschiedenen Theatern von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, über das Stadttheater Bern, die Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach bis hin zur Sächsischen Staatsoper Dresden, Semperoper. In Bonn war er Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrates. Er ist als Musikmanager international tätig.
Termine: 17., 24. Februar sowie 3., 10., 17. und 24. März 2026
Seminarzeiten: Di., 16 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Haus der Theatergemeinde, Bonner Talweg 10, Bonn
Preis: 78,- (Gäste: 88,-)
Auch Gäste bzw. "Nicht-Mitglieder" der Theatergemeinde BONN sind zu dieser Veranstaltung herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich per Mail (info@tg-bonn.de) oder Briefpost an, mit Angabe Ihrer Postanschrift.
Genre:
Seminar
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Dieses Werk ist in 2 Abos enthalten — übersichtlich nach Spielzeit.
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