Theater Ă la carte
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Dr. Benedikt Holtbernd
Vortragsreihe zu âDie Frau ohne Schattenâ ( Premiere: 16. November 2025)
Bedeutend und doch zwecklos, weil zu kompliziert. So lieĂen sich auch die bemĂŒhtesten Versuche, dieser Oper âHerr zu werdenâ, beschreiben. Doch geht es im eigentlichen, ursprĂŒnglichen Sinn von Musiktheater darum, etwas zu verstehen? Ist nicht Oper ihrem Wesen nach Kultus, den man ĂŒber sich ergehen lassen darf, ohne im logischen VerstĂ€ndnis alle ZusammenhĂ€nge erklĂ€ren zu können?
Hofmannsthal und Richard Strauss schrieben in der Anlage des StĂŒckes ein MĂ€rchen, das in seiner Grundstruktur von Zauber, von der Verwischung der realen und fantasierten Wirklichkeit geprĂ€gt ist. Kinder sind von den einzelnen irrealen PhĂ€nomenen der Fantasiewelt fasziniert, ohne sich die genauen UmstĂ€nde erklĂ€ren zu können und sie auch gar nicht rational erfassen wollen. Wenn Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal von 1911 bis 1919 ĂŒber die gesamte Zeit des 1. Weltkriegs hinweg an der Oper arbeiten, flechten sie aus dem UnverstĂ€ndnis ĂŒber die Welt ein verzauberndes Netz, das das Publikum tief in die Kraft der Musik eintauchen lĂ€sst, ohne die sprachliche Kunstfertigkeit dem Rationalen preiszugeben.
Erleben statt verstehen und vom Numinosen erfĂŒllt das Theater verlassen zu können â diese Zukunft des Theaters haben Hofmannsthal und Strauss geschaffen.
Die Themen der Sitzungen sind:
1. Ein MĂ€rchen fĂŒr Erwachsene
2. Kann denn Mythos SĂŒnde sein?
3. AbsurditÀten durch Oper möglich
4. Wirre Langatmigkeit als Nerv einer zerstörten Gesellschaft
5. TextverstĂ€ndlichkeit â eine Hörgewohnheit oder eine UnverschĂ€mtheit des Komponisten?
6. Der Kosmos des Orchesters als Rausch einer aufblitzenden Klarheit des transzendenten Gedankens
Der Referent:
Dr. Benedikt Holtbernd studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum und promovierte ĂŒber "Die dramaturgischen Funktionen der Musik in den Schauspielen Goethes". Gleichzeitig studierte er Gesang. Er war Dramaturg, Pressesprecher, KĂŒnstlerischer Betriebsdirektor und Operndirektor an verschiedenen Theatern von der Deutschen Oper am Rhein DĂŒsseldorf Duisburg, ĂŒber das Stadttheater Bern, die Vereinigten StĂ€dtischen BĂŒhnen Krefeld und Mönchengladbach bis hin zur SĂ€chsischen Staatsoper Dresden, Semperoper. In Bonn war er KĂŒnstlerischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Musikrates. Er ist als Musikmanager international tĂ€tig.
Termine: 14., 21., 28. Oktober sowie 4., 11., 18. November 2025
Seminarzeiten: Di., 16 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Haus der Theatergemeinde, Bonner Talweg 10, Bonn
Preis: 78,- (GĂ€ste: 88,-)
Auch GĂ€ste bzw. "Nicht-Mitglieder" der Theatergemeinde BONN sind zu dieser Veranstaltung herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich per Mail (info@tg-bonn.de) oder Briefpost an, mit Angabe Ihrer Postanschrift.
Genre:
Seminar
Momentan sind keine Termine zu Symbolismus â eine neue Dimensionierung der Oper in unserer Datenbank hinterlegt.
Dieses Werk ist in 2 Abos enthalten — übersichtlich nach Spielzeit.
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