Zarzuela

kultur 30 - Oktober 2006

Eine Zarzuela ist eine spanische Musikgattung, die volkseigene Stoffe behandelt und abwechselnd gesprochene und gesungene Texte enthält. Sie entstand im 17. Jahrhundert zunächst als höfisches Festspiel. Ihr Schöpfer war der Dichter Pedro Calderón de la Barca. Das älteste, in Text und Musik überlieferte Werk mit dieser Bezeichnung ist die Zarzuela "El laurel de Apolo".
Das spanische „Singspiel“ erlebte seine Blütezeit im 19. Jahrhundert. 1857 wurde von einer Künstlervereinigung das Teatro de la Zarzuela in Madrid errichtet. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren in der spanischen Hauptstadt nicht weniger als zehn Theater ausschließlich der Aufführung dieser Werke verpflichtet. War im 19. Jahrhundert die „kleine“ Form der Zarzuela (género chico) in einem Akt verbreitet, rückte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die „große“ Zarzuela (género grande) wieder in den Vordergrund. Viele bekannte spanische Komponisten widmeten sich diesem Genre, unter ihnen de Falla, Albéniz, Granados und Conrado del Campo.
Der Dirigent Ataúlfo Argenta trug maßgeblich zur Erhaltung dieser Kunstgattung bei, indem er in den 1950er Jahren mit der Einspielung vieler Zarzuelas begann. Seit den 1960er Jahren versuchte die spanische Regierung, die Zarzuela wieder bekannter zu machen, aber das 1956 wiedereröffnete Teatro de la Zarzuela ist seitdem die einzige Spielstätte, die regelmäßig Werke dieser Gattung zur Aufführung bringt. E.H.

Dienstag, 25.02.2014

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