Prélude

kultur 41 - November 2007

Prélude ist die französische Bezeichnung für Präludium (von lat. praeludium), die ins Deutsche übersetzt Vorspiel bedeutet. Das Präludium war ursprünglich ein Werk für Orgel, das auf einen nachfolgenden Gesang vorbereitete. In doppeltem Sinne stimmte es dabei auf das Folgende ein: Einerseits diente es der Andacht, andererseits bereitete es auf den Ton des Gesanges vor.
Die Übertragung des lateinischen Wortes Praeludium auf instrumentalmusikalische Einleitungen entstand durch die Übersetzungen der Rhetorik des Aristoteles. Seit der Antike war die Einleitung Gegenstand der Rhetorik; Aristoteles wies auf die Analogie von musikalischer und rhetorischer Einleitung hin.
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich das Präludium zu einem vierstimmig gesetzten Werk. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte wurde die Bezeichnung Präludium generell für Einleitungssätze verwendet, u.a. auch in der neu entstandenen Suite.
Im Bereich der Orgelmusik bildeten sich weitere Besonderheiten heraus: Präludien wurden als so genannter Zirkel angelegt, indem sie durch alle 24 Tonarten führten. Johann Sebastian Bach etablierte eine feste Verbindung von Präludium und Fuge und übernahm diese Paarung in seine Klavierwerke, wie das Wohltemperierte Klavier.
Die Funktion des Präludiums als Einleitung von etwas Folgendem wurde im 19. und 20. Jahrhundert durch eigenständige Kompositionen mit dieser Bezeichnung ergänzt, bzw. ersetzt. Das Präludium wurde im Bereich der Klaviermusik zu einem Übungsstück (vergleichbar der Etüde) oder einem Charakterstück. Neben dem Klavier-Prélude gewann im 20. Jahrhundert auch das Orchester-Präludium eine große Bedeutung. Kompositionen mit kammermusikalischer Besetzung verwenden ebenfalls die Bezeichnung Präludium.

Samstag, 04.02.2012

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