Neudeutsch

kultur 59 - Oktober2009

Die „Neudeutschen“, bzw. die „Neudeutsche Schule“, wurde eine Gruppe von Komponisten genannt, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts um den damals in Weimar tätigen Franz Liszt bildete. Zu ihnen zählten u.a. Richard Wagner, Hector Berlioz, Felix Draeseke, Peter Cornelius und Karl Tausig. Die Bezeichnung prägte Franz Brendel, der 1845 die Leitung der von Robert Schumann gegründeten Neuen Zeitschrift für Musik übernahm und publizistisch für diese Gruppe tätig war.

Die Auffassung der „Neudeutschen“, welche die Programmmusik und das Musikdrama zum Inbegriff des Fortschritts erhoben, wurde von den sogenannten „Konservativen“ scharf kritisiert. Johannes Brahms, der sich mehr gegen Liszt als gegen Wagner aussprach, wurde im folgenden Parteienstreit zum Zugpferd der „Konservativen“, denen u.a. Joseph Joachim, Otto Grimm und der Musikkritiker und -schriftsteller Eduard Hanslick angehörten. Im Gegensatz zu den „Neudeutschen“ vertrat diese Gruppe die Ansicht, dass ein Musikstück autonom sein und aus sich heraus wirken müsse; außermusikalische Inhalte, die bei der Programmmusik Verwendung fanden, lehnten die „Konservativen“ kategorisch ab. E.H.

Samstag, 04.02.2012

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