Farsa

kultur 36 - April 2007

Eine Farsa (ital. und span.), französisch eine Farce, ist eine Komödie, die in der Musik seit dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert eine meist einaktige Opera buffa ist. Im Mittelalter wurde in Frankreich mit Farce zunächst ein komisches Zwischenspiel bezeichnet, im 14.-16. Jahrhundert ein eigenständiges kurzes Bühnenstück mit bekannten Chansons. In dieser Form verbreitete sich die Farce im 16. Jahrhundert auch in Spanien, Italien und England. Im deutschen Sprachraum wurde dieser Begriff erst seit der Sturm-und-Drang-Zeit übernommen und gleichbedeutend mit Posse verwendet. Farse in Form einer Opera buffa komponierten u.a. Cimarosa, Paisiello, Rossini und Donizetti.
Die Farsa ist in der Regel ein derbkomisches Stück, dessen Handlung sich häufig aus einer Grenzüberschreitung, bzw. einem geheim zu haltenden Ereignis ergibt. Dieses Geheimnis stellt in dem dargestellten Geschehen eine akute Bedrohung für die agierende Person dar. Da die betreffende Figur überwiegend unter dem Druck handelt, die Wahrheit zu verbergen und ihr keine Zeit zum Überlegen bleibt, kommt es innerhalb der Handlung zu unvorhersehbaren Kettenreaktionen und die Figur verwickelt sich immer stärker in Schwierigkeiten.
Eines der Hauptthemen der Farsa ist die Untreue. Sie zeigt den Menschen als eitles, irrationales und käufliches Wesen. Die Farsa ergreift Partei für diese Eigenschaften des Menschen: In der Regel gibt es ein glückliches Ende und der Protagonist kommt mit heiler Haut davon. E.H.

Dienstag, 25.02.2014

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