Bandoneon

kultur 102 - Januar 2014

Das Bandoneon, ursprünglich Bandonion genannt, ist ein von Heinrich Band in seinem Tonumfang verbessertes Handzuginstrument. Sein Gehäuse hat einen quadratischen Querschnitt. Durch Aufziehen und Zudrücken des Balges und gleichzeitiges Spielen der Knöpfe auf den beiden Stirnseiten des Instrumentes werden Metallzungen verschiedener Tonhöhen zum Schwingen gebracht.
Das Bandoneon unterscheidet sich vom Akkordeon durch seine Bass­töne, die nicht zu Akkorden verbunden sind, sondern einzeln gegriffen werden. Das Bandoneon wird zum Spielen auf den Knien gehalten.
Seine größte Popularität erreichte das Instrument in Zusammenhang mit dem Tango. Nach Argentinien und Uruguay gelangte das Bandoneon vermutlich zunächst über die USA. Europäische Einwanderer gaben dem Instrument in den Hafenkneipen und Bordellen von Buenos Aires und Montevideo ein neues Zuhause. Die Südamerikaner bevorzugten einen bestimmten Instrumententyp: 142-tönig, im Klang scharf bis sanft, schwermütig und mysteriös zugleich. Bautechnische „Mängel“ wie das Klappern der Tasten und Luftgeräusche wurden positiv angesehen und in das Spiel des Instrumentes integriert. Bereits im frühen 20. Jahrhundert war das Instrument ein wichtiger Bestandteil eines Tango-Orchesters. Auch in späteren musikalischen Entwicklungen wie dem Tango Nuevo und auch dem Electrotango blieb der prägende Einfluss des Bandoneons erhalten. Aus Argentinien ist das Bandoneon dann mit dem Tango zurück nach Europa gekommen.
E.H.

Dienstag, 25.02.2014

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