Interviews
Elisabeth Einecke-Klövekorn trifft Imke Siebert - kultur Nr. 199 - März 2026
Ines, Elin und Nina
„Ich lerne gerade unheimlich viel bei der Arbeit“, erzählt sie zwei Tage vor der Premiere von Tschechows „Möwe“ in der Werkstatt.
Inhalt
Sie spielt die junge Nina. „Ich bin einfach neugierig darauf, was passiert zwischen Körpern und Menschen. Wenn man sagt: ‚Ich hab’s eh verstanden‘, finde ich das nicht so spannend. Interessant ist die Mehrdeutigkeit von Sprache und Aktionen.“ Tatsächlich war es ausgerechnet die „Möwe“, bei der sich Imke Siebert mit 13 Jahren ins Theater verliebt hat. „Es war das erste Stück, bei dem ich als Schülerin dabei war. Allerdings bin ich so knapp eingestiegen, dass alle Rollen schon besetzt waren. Deswegen habe ich die Soufflage übernommen. Es gab zwei Ninas, und während ihres ersten Monologs – ‚Die Menschen, die Löwen, die Adler…‘ – wurden angenagte Chickenwings ins Publikum geworfen. An diese tolle, verrückte und spielwütige Gruppe denke ich immer noch mit viel Sympathie zurück.
Geboren wurde sie 1997 in Leipzig und wuchs in der sächsischen Kreisstadt Grimma auf. Ein Stadttheater gab es in dem kleinen Ort nicht, ihre Affinität zur darstellenden Kunst entstand weniger beim Zuschauen als durch Anregungen, selbst kreativ zu werden. Am Anfang stand ganz traditionell das jährliche Krippenspiel. Während ihrer Gymnasialzeit folgte die Mitwirkung in freien Gruppen und in Chören. Berührungspunkte mit dem professionellen Theaterbetrieb gab es dabei nicht. Nach dem Abitur zog sie erstmal als Au Pair nach Südengland ins beschauliche Shaftesbury. Durch ihre Mutter, eine Pfarrerin, die auch in der Gefängnisseelsorge in Dresden arbeitete, kam sie in Kontakt mit einem Theaterprojekt in der Justizvollzugsanstalt in der Schweizer Kleinstadt Lenzburg. Drei Monate arbeitete sie dort 2016 als Regieassistentin und Spielerin mit bei der Produktion „Tell vor Gericht“ nach Schillers Drama. „Ich war 19, wurde aber sehr respektvoll behandelt. Die Häftlinge spielten die Tell-Geschichte und auch die Rollen von Richter, Staatsanwalt und Verteidiger. Am Ende stimmte das Publikum ab über Tells Schuld oder Unschuld. Es gibt unheimlich viele Grautöne zwischen Recht und Unrecht. Der Mensch ist nicht identisch mit seinem Delikt. Die Gesellschaft kategorisiert oft zu schlicht. Ich bin geprägt von der Humanitätsidee des Christentums und dem Gedanken der Vergebung statt Rache.“ Ihre Mutter und ihre zwei jüngeren Schwestern leben übrigens mittlerweile in der Schweiz.
Imke absolvierte nach dem JVA-Theaterprojekt eine klassische Vorsprechtour bei diversen Schauspielschulen, bis sie nach zwei Jahren einen Studienplatz am Mozarteum in Salzburg bekam, wo sie 2023 ihre Schauspielausbildung abschloss. „Im Nachhinein finde ich diese Zeit ganz gut für die eigene Resilienz. Man muss Enttäuschungen verkraften und bei Absagen immer wieder neu nachdenken über das, was man anstrebt.“ Zwischendurch wirkte sie bei Projekten in Hamburg und Bochum mit. Während des Studiums spielte sie etliche Rollen in Hochschulproduktionen, darunter die verstorbene junge Zus in dem Kinderstück „Schwestern“ des Niederländers Theo Fransz. „Ich dachte schon, mein Rollenfach seien nur tote Mädchen und Huren“, sagt sie und lacht. 2022 war sie auch bei den Salzburger Festspielen engagiert. Im Programm „Jung & Jede*r“ spielte sie das Mädchen Lia in dem Zweipersonen-Kinderstück „Ich lieb dich“ von Kristo Šagor. „Natürlich war es toll, bei den Festspielen mitzuwirken und vieles anschauen zu dürfen. Das Schickeria-Drumherum ist mir eher fremd, aber dann doch spannend anzusehen. Den Hype um den ‚Jedermann* kann ich aber nicht so ganz verstehen.“ Gleichzeitig liefen die Proben zu „¡Los Bernarrrda’s!“ nach Garcia Lorca in der Regie von Anja Herden. Die Abschlussarbeit von Imkes Studienjahrgang am Mozarteum wurde beim Bundestreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2022 in Ludwigsburg mit dem Ensemble-Preis ausgezeichnet. „Die Zeit in Salzburg war sehr schön. Die Österreicher schätzen ihre Schauspieler. Wenn man dort bei der Wohnungssuche seinen Beruf angibt, wird man eher bevorzugt.“ In Bonn, wo sie seit der Spielzeit 2023/24 am Schauspiel Bonn engagiert ist, fühlt sie sich ebenfalls sehr wohl. „Ich hatte gar nicht erwartet, bei meinem ersten festen Engagement so lange an einem Ort bleiben zu können und bin sehr froh darüber. Es ist ein tolles Ensemble, mit dem es Spaß macht zu spielen und von dem ich auch eine Menge lernen kann.“ Nach den Absolvent*innenvorspielen in Salzburg lud sie der damalige Bonner Dramaturg Jan Pfannenstiel gleich zum Vorsprechen ein. Ihr erster Tag in Bonn verlief chaotisch. Auf der Bahnfahrt hierhin hatte sie sich so angeregt mit ihrem Sitznachbarn unterhalten, dass sie beim Aussteigen ihren Koffer im Zug stehen ließ. In der Stadt war Weihnachtsmarkt, und sie wusste nicht, wohin sie überhaupt musste. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt, auch wenn sie ziemlich aufgelöst beim Vorsprechen ankam. Der nach Köln weitergereiste Koffer kehrte wohlbehalten zu seiner Besitzerin zurück, und auch eine Wohnung war bald gefunden. Ihre erste Bonner Produktion war „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ von Erich Kästner im Schauspielhaus. Imke überzeugte u. a. als Nachtclub-Star Fräulein Kulp. „Bei meiner allerersten Bühnenprobe hätte ich mich am liebsten hinter dem großen Hut von Lena Geyer versteckt. Ich brauchte erst mal Zeit, um mutig zu werden. Ich musste lernen, wie so ein großer Stadttheaterbetrieb funktioniert und die Strukturen verstehen. Es ist aber gut zu erfahren, dass man auch mal scheitern darf.“
2025 lernte sie dann auch den großen Opernbetrieb inklusive Orchester kennen bei der Schauspielproduktion der „Dreigroschenoper“ im Opernhaus, bei der sie die SeeräuberJenny verkörperte. Mit dem Regisseur Simon Solberg hatte sie 2024 schon zusammengearbeitet bei der unterhaltsamlehrreichen musikalischen Kreuzfahrt auf der „Archetopia“ im Schauspielhaus. Ihr Debüt in der Werkstatt gab sie Ende 2023 mit dem Stück „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ nach dem Roman von Yade Yasemin Önder. „Die Regisseurin Emel Aydogdu hatte die Texte toll aufgeteilt zwischen den drei Bühnen-Ichs. Wir hatten eine tolle Spieldynamik und konnten uns ganz wunderbar aufeinander verlassen. Jeder Abend war etwas anders.“
Aktuell ist Imke hier zu erleben als Influencerin Elin in dem Stück „Und alle so still“ nach dem Roman der Österreicherin Mareike Fallwickl, inszeniert von Laura Ollech. Alle Vorstellungen bis Ende März sind bereits ausverkauft. „Es war eine tolle Probenarbeit mit Laura. Ich bin ein großer Fan der Intimität auf der Werkstattbühne. Man ist nah am Publikum und kann spielerisch feinere Nuancen zeigen. Ich bin sehr gespannt, wie das jetzt bei der ‚Möwe‘ funktioniert.“ Der Regisseur Sascha Hawemann hat die Zahl der Figuren reduziert und einige Beziehungsmuster neu definiert. Nina verliebt sich in eine erfolgreiche Schriftstellerin. „Es ist sehr angenehm, dass diese lesbische Beziehung einfach stattfindet. Das schafft eine Selbstverständlichkeit, die ich sehr wichtig finde.“ Bereits ihre dritte Spielzeit erlebt im Schauspielhaus Roland Riebelings Inszenierung „Die Legende von Paul und Paula“ nach der Filmerzählung von Ulrich Plenzdorf. Imke spielt die junge Ärztin Ines, die die neue Liebe ihres Gatten Paul akzeptiert und ihren eigenen Weg geht. „Ich bin dankbar, dass Ines hier, anders als im Film, nicht das klischierte naive Blondchen ist, sondern eine eigenständig denkende, empathisch agierende Frau.“ Leider kein Publikumsrenner ist „Sankt Falstaff“, wo Imke die „Puppe“ in Frau Flotts Kneipe und später die Witwe des Thronaspiranten Hitzkopf spielt. „Palmetshofers Text mit seiner rhythmisch gebundenen Verssprache ist wunderbar und lernt sich wie Musik. Wir haben wegen der Länge des Stückes die Anfangszeiten inzwischen nach vorn verlegt. Aber auch wenn das Haus nicht voll ist, reagieren die Zuschauer, die da sind, total begeistert.“ Gleich am Dienstag nach der „Möwe“-Premiere beginnen schon die Proben zur Uraufführung von „Don Karlos (A New Morning)“ von Felix Krakau nach Friedrich Schiller. Imke spielt die Königin Elisabeth in dem Drama um Generationenkonflikte, Gedankenfreiheit, Liebe und Politik. In einigen TV-Produktionen hat Imke inzwischen auch mitgewirkt, u. a. in der ZDF-Neuverfilmung von Storms „Schimmelreiter“. „Nur eine kleine Nebenrolle, aber auch dafür braucht es Glück und Zufälle. Die Arbeit beim Film erfordert viel Disziplin, und man erarbeitet sich viel alleine. Vor der Kamera zu stehen, macht mir sehr viel Spaß, aber momentan jedenfalls ziehe ich den sehr gemeinschaftlichen Probenprozess und die Unmittelbarkeit des Theaters vor. Das Schöne am Film ist allerdings, dass mich dann auch meine Oma mal sehen kann. Für die ist der Weg aus Sachsen nach Bonn nämlich inzwischen etwas weit.“ Die junge Schauspielerin Imke Siebert strahlt vor allem Offenheit und Neugier aus. Und freut sich erstmal auf die nächsten Herausforderungen: „Es ist wirklich ein großes Geschenk, dass man sein Geld verdient mit dem, was man gerne tut.“
Geboren wurde sie 1997 in Leipzig und wuchs in der sächsischen Kreisstadt Grimma auf. Ein Stadttheater gab es in dem kleinen Ort nicht, ihre Affinität zur darstellenden Kunst entstand weniger beim Zuschauen als durch Anregungen, selbst kreativ zu werden. Am Anfang stand ganz traditionell das jährliche Krippenspiel. Während ihrer Gymnasialzeit folgte die Mitwirkung in freien Gruppen und in Chören. Berührungspunkte mit dem professionellen Theaterbetrieb gab es dabei nicht. Nach dem Abitur zog sie erstmal als Au Pair nach Südengland ins beschauliche Shaftesbury. Durch ihre Mutter, eine Pfarrerin, die auch in der Gefängnisseelsorge in Dresden arbeitete, kam sie in Kontakt mit einem Theaterprojekt in der Justizvollzugsanstalt in der Schweizer Kleinstadt Lenzburg. Drei Monate arbeitete sie dort 2016 als Regieassistentin und Spielerin mit bei der Produktion „Tell vor Gericht“ nach Schillers Drama. „Ich war 19, wurde aber sehr respektvoll behandelt. Die Häftlinge spielten die Tell-Geschichte und auch die Rollen von Richter, Staatsanwalt und Verteidiger. Am Ende stimmte das Publikum ab über Tells Schuld oder Unschuld. Es gibt unheimlich viele Grautöne zwischen Recht und Unrecht. Der Mensch ist nicht identisch mit seinem Delikt. Die Gesellschaft kategorisiert oft zu schlicht. Ich bin geprägt von der Humanitätsidee des Christentums und dem Gedanken der Vergebung statt Rache.“ Ihre Mutter und ihre zwei jüngeren Schwestern leben übrigens mittlerweile in der Schweiz.
Imke absolvierte nach dem JVA-Theaterprojekt eine klassische Vorsprechtour bei diversen Schauspielschulen, bis sie nach zwei Jahren einen Studienplatz am Mozarteum in Salzburg bekam, wo sie 2023 ihre Schauspielausbildung abschloss. „Im Nachhinein finde ich diese Zeit ganz gut für die eigene Resilienz. Man muss Enttäuschungen verkraften und bei Absagen immer wieder neu nachdenken über das, was man anstrebt.“ Zwischendurch wirkte sie bei Projekten in Hamburg und Bochum mit. Während des Studiums spielte sie etliche Rollen in Hochschulproduktionen, darunter die verstorbene junge Zus in dem Kinderstück „Schwestern“ des Niederländers Theo Fransz. „Ich dachte schon, mein Rollenfach seien nur tote Mädchen und Huren“, sagt sie und lacht. 2022 war sie auch bei den Salzburger Festspielen engagiert. Im Programm „Jung & Jede*r“ spielte sie das Mädchen Lia in dem Zweipersonen-Kinderstück „Ich lieb dich“ von Kristo Šagor. „Natürlich war es toll, bei den Festspielen mitzuwirken und vieles anschauen zu dürfen. Das Schickeria-Drumherum ist mir eher fremd, aber dann doch spannend anzusehen. Den Hype um den ‚Jedermann* kann ich aber nicht so ganz verstehen.“ Gleichzeitig liefen die Proben zu „¡Los Bernarrrda’s!“ nach Garcia Lorca in der Regie von Anja Herden. Die Abschlussarbeit von Imkes Studienjahrgang am Mozarteum wurde beim Bundestreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2022 in Ludwigsburg mit dem Ensemble-Preis ausgezeichnet. „Die Zeit in Salzburg war sehr schön. Die Österreicher schätzen ihre Schauspieler. Wenn man dort bei der Wohnungssuche seinen Beruf angibt, wird man eher bevorzugt.“ In Bonn, wo sie seit der Spielzeit 2023/24 am Schauspiel Bonn engagiert ist, fühlt sie sich ebenfalls sehr wohl. „Ich hatte gar nicht erwartet, bei meinem ersten festen Engagement so lange an einem Ort bleiben zu können und bin sehr froh darüber. Es ist ein tolles Ensemble, mit dem es Spaß macht zu spielen und von dem ich auch eine Menge lernen kann.“ Nach den Absolvent*innenvorspielen in Salzburg lud sie der damalige Bonner Dramaturg Jan Pfannenstiel gleich zum Vorsprechen ein. Ihr erster Tag in Bonn verlief chaotisch. Auf der Bahnfahrt hierhin hatte sie sich so angeregt mit ihrem Sitznachbarn unterhalten, dass sie beim Aussteigen ihren Koffer im Zug stehen ließ. In der Stadt war Weihnachtsmarkt, und sie wusste nicht, wohin sie überhaupt musste. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt, auch wenn sie ziemlich aufgelöst beim Vorsprechen ankam. Der nach Köln weitergereiste Koffer kehrte wohlbehalten zu seiner Besitzerin zurück, und auch eine Wohnung war bald gefunden. Ihre erste Bonner Produktion war „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ von Erich Kästner im Schauspielhaus. Imke überzeugte u. a. als Nachtclub-Star Fräulein Kulp. „Bei meiner allerersten Bühnenprobe hätte ich mich am liebsten hinter dem großen Hut von Lena Geyer versteckt. Ich brauchte erst mal Zeit, um mutig zu werden. Ich musste lernen, wie so ein großer Stadttheaterbetrieb funktioniert und die Strukturen verstehen. Es ist aber gut zu erfahren, dass man auch mal scheitern darf.“
2025 lernte sie dann auch den großen Opernbetrieb inklusive Orchester kennen bei der Schauspielproduktion der „Dreigroschenoper“ im Opernhaus, bei der sie die SeeräuberJenny verkörperte. Mit dem Regisseur Simon Solberg hatte sie 2024 schon zusammengearbeitet bei der unterhaltsamlehrreichen musikalischen Kreuzfahrt auf der „Archetopia“ im Schauspielhaus. Ihr Debüt in der Werkstatt gab sie Ende 2023 mit dem Stück „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ nach dem Roman von Yade Yasemin Önder. „Die Regisseurin Emel Aydogdu hatte die Texte toll aufgeteilt zwischen den drei Bühnen-Ichs. Wir hatten eine tolle Spieldynamik und konnten uns ganz wunderbar aufeinander verlassen. Jeder Abend war etwas anders.“
Aktuell ist Imke hier zu erleben als Influencerin Elin in dem Stück „Und alle so still“ nach dem Roman der Österreicherin Mareike Fallwickl, inszeniert von Laura Ollech. Alle Vorstellungen bis Ende März sind bereits ausverkauft. „Es war eine tolle Probenarbeit mit Laura. Ich bin ein großer Fan der Intimität auf der Werkstattbühne. Man ist nah am Publikum und kann spielerisch feinere Nuancen zeigen. Ich bin sehr gespannt, wie das jetzt bei der ‚Möwe‘ funktioniert.“ Der Regisseur Sascha Hawemann hat die Zahl der Figuren reduziert und einige Beziehungsmuster neu definiert. Nina verliebt sich in eine erfolgreiche Schriftstellerin. „Es ist sehr angenehm, dass diese lesbische Beziehung einfach stattfindet. Das schafft eine Selbstverständlichkeit, die ich sehr wichtig finde.“ Bereits ihre dritte Spielzeit erlebt im Schauspielhaus Roland Riebelings Inszenierung „Die Legende von Paul und Paula“ nach der Filmerzählung von Ulrich Plenzdorf. Imke spielt die junge Ärztin Ines, die die neue Liebe ihres Gatten Paul akzeptiert und ihren eigenen Weg geht. „Ich bin dankbar, dass Ines hier, anders als im Film, nicht das klischierte naive Blondchen ist, sondern eine eigenständig denkende, empathisch agierende Frau.“ Leider kein Publikumsrenner ist „Sankt Falstaff“, wo Imke die „Puppe“ in Frau Flotts Kneipe und später die Witwe des Thronaspiranten Hitzkopf spielt. „Palmetshofers Text mit seiner rhythmisch gebundenen Verssprache ist wunderbar und lernt sich wie Musik. Wir haben wegen der Länge des Stückes die Anfangszeiten inzwischen nach vorn verlegt. Aber auch wenn das Haus nicht voll ist, reagieren die Zuschauer, die da sind, total begeistert.“ Gleich am Dienstag nach der „Möwe“-Premiere beginnen schon die Proben zur Uraufführung von „Don Karlos (A New Morning)“ von Felix Krakau nach Friedrich Schiller. Imke spielt die Königin Elisabeth in dem Drama um Generationenkonflikte, Gedankenfreiheit, Liebe und Politik. In einigen TV-Produktionen hat Imke inzwischen auch mitgewirkt, u. a. in der ZDF-Neuverfilmung von Storms „Schimmelreiter“. „Nur eine kleine Nebenrolle, aber auch dafür braucht es Glück und Zufälle. Die Arbeit beim Film erfordert viel Disziplin, und man erarbeitet sich viel alleine. Vor der Kamera zu stehen, macht mir sehr viel Spaß, aber momentan jedenfalls ziehe ich den sehr gemeinschaftlichen Probenprozess und die Unmittelbarkeit des Theaters vor. Das Schöne am Film ist allerdings, dass mich dann auch meine Oma mal sehen kann. Für die ist der Weg aus Sachsen nach Bonn nämlich inzwischen etwas weit.“ Die junge Schauspielerin Imke Siebert strahlt vor allem Offenheit und Neugier aus. Und freut sich erstmal auf die nächsten Herausforderungen: „Es ist wirklich ein großes Geschenk, dass man sein Geld verdient mit dem, was man gerne tut.“
Mittwoch, 22. April 2026