Literatur
Für Sie ausgelesen von Hartmut Löschcke: Der große Riss von Cristina Henriquez - kultur Nr. 197 - Dezember 2024
Ist Panama tatsächlich schön?
Mit dem Amtsantritt Donald Trumps ist der Panamakanal wieder ins öffentliche Interesse gerückt.
Inhalt
Denn der US-Präsident erhebt Ansprüche auf die Meerespassage, von deren Entstehung Cristina Henriquez in ihren Roman "Der große Riss" erzählt. Sie setzt darin den Menschen ein Denkmal, ohne die es den Kanal heute nicht gäbe.
Eine der zentralen Figuren ist der Fischersohn Omar Aquino. Er hat zusammen mit tausenden anderen aus aller – vor allem aus der ärmeren – Welt Stammenden Arbeit beim Ausschachten der Erdmassen gefunden. Sein Vater, der nach wie vor seine Fische verkauft, hält dieses ganze Unternehmen für eine verrückte Sünde und spricht kein Wort mehr mit ihm. Omar begegnet Ada Bunting aus Barbados. Sie hofft, eine Arbeit zu finden, um Geld für eine Operation ihrer kranken Schwester zu verdienen. Bevor sie als Hausmädchen bei den Oswalds eingestellt wird, sorgt sie mit ihrem letzten eigenen Geld dafür, dass der an Malaria erkrankte Omar ins Krankenhaus gebracht wird. John Oswald ist als Malaria spezialist in Panama, damit nach dem Gelbfieber auch diese für viele tödliche Krankheit ausgerottet wird.
So verschränkt Henriquez multiperspektivisch ihre Schicksale mit vielen anderen am Bau beteiligten Menschen. Sie erzählt vom Regen, vom Schlamm, vom Arbeitsdruck und erpresserischen „Sklaven“Aufsehern, von umzusiedelnden Dörfern und einer Protestsitzblockade dagegen, vom Leben der reichen Betreiber aus den USA, die lieber ihre eigenen Lebensmittel importieren als örtliche Ressourcen zu nutzen, und vom prekären Leben der Arbeiter, von denen manche sogar vergleichsweise wohlhabend nach Hause zurückgekommen sein sollen.
Ein Roman zum Versinken in dutzenden kleinen Geschichten von Nöten und Hoffnungen, von Sorgen und Glück.
Dass der Panamakanal 1999 vom Besitz der USA – diese hatten 1903 das Baugebiet militärisch besetzt und von Kolumbien als neuen Staat Panama abgetrennt – wieder an Panama selbt überging, nur um heute wieder von den USA zurückgefordert zu werden, ist eine bittere Pointe der langen Geschichte des Kanals, auf die man mit Cristina Henriquez` Roman mit anderen Augen blickt.
Eine der zentralen Figuren ist der Fischersohn Omar Aquino. Er hat zusammen mit tausenden anderen aus aller – vor allem aus der ärmeren – Welt Stammenden Arbeit beim Ausschachten der Erdmassen gefunden. Sein Vater, der nach wie vor seine Fische verkauft, hält dieses ganze Unternehmen für eine verrückte Sünde und spricht kein Wort mehr mit ihm. Omar begegnet Ada Bunting aus Barbados. Sie hofft, eine Arbeit zu finden, um Geld für eine Operation ihrer kranken Schwester zu verdienen. Bevor sie als Hausmädchen bei den Oswalds eingestellt wird, sorgt sie mit ihrem letzten eigenen Geld dafür, dass der an Malaria erkrankte Omar ins Krankenhaus gebracht wird. John Oswald ist als Malaria spezialist in Panama, damit nach dem Gelbfieber auch diese für viele tödliche Krankheit ausgerottet wird.
So verschränkt Henriquez multiperspektivisch ihre Schicksale mit vielen anderen am Bau beteiligten Menschen. Sie erzählt vom Regen, vom Schlamm, vom Arbeitsdruck und erpresserischen „Sklaven“Aufsehern, von umzusiedelnden Dörfern und einer Protestsitzblockade dagegen, vom Leben der reichen Betreiber aus den USA, die lieber ihre eigenen Lebensmittel importieren als örtliche Ressourcen zu nutzen, und vom prekären Leben der Arbeiter, von denen manche sogar vergleichsweise wohlhabend nach Hause zurückgekommen sein sollen.
Ein Roman zum Versinken in dutzenden kleinen Geschichten von Nöten und Hoffnungen, von Sorgen und Glück.
Dass der Panamakanal 1999 vom Besitz der USA – diese hatten 1903 das Baugebiet militärisch besetzt und von Kolumbien als neuen Staat Panama abgetrennt – wieder an Panama selbt überging, nur um heute wieder von den USA zurückgefordert zu werden, ist eine bittere Pointe der langen Geschichte des Kanals, auf die man mit Cristina Henriquez` Roman mit anderen Augen blickt.
Freitag, 10. April 2026