kultur - Kritisches
Das Dschungelbuch im Jungen Theater Bonn - kultur Nr. 197 - Dezember 2024
Tierisch lustiges Urwald-Musical
Zwei Männer sitzen auf Erhöhungen und sind verkleidet als Tiere. In der Mitte sitzt Mowgli.
| © Benjamin Westhoff
Inhalt
Generationen von jungen Leserinnen und Lesern sind groß geworden mit den am Ende des 19. Jahrhunderts erschienenen Dschungelbuch-Erzählungen des britischen Autors und Literaturnobelpreisträgers Rudyard Kipling (1865 – 1936). Und natürlich später mit dem legendären Zeichentrickfilm von Walt Disney und etlichen weiteren Verarbeitungen des Stoffs für Kino und Fernsehen. Jetzt ist die Geschichte vom Findelkind Mowgli, das im indischen Urwald in einem Wolfsrudel heranwächst, nach mehr als zehn Jahren erneut im Jungen Theater Bonn (JTB) zu erleben. Wieder in der 2013 erstmals aufgeführten Bühnenbearbeitung von JTB-Intendant Moritz Seibert, aber ganz frisch inszeniert von dem jungen Regisseur Ben Retetzki, der damit sein JTB-Debüt gibt. Die Musik hat Marc Schubring komponiert, die neuen Liedtexte stammen von Juliane Wulfgramm und Andreas Lachnit. Die musikalische Leitung und Einstudierung hat Ekaterina Klewitz übernommen, seit vielen Jahren Leiterin des Kinder-und Jugendchors am Theater Bonn.
Auf der Bühne agieren diesmal nur Mitglieder des erwachsenen Profi-Ensembles. Sie bleiben auch in ihren diversen Tierrollen immer als menschliche Darsteller kenntlich. Ausstattungsleiterin Katharina Savvides (Bühne und Kostüme) hat dafür ein wundervolles Dschungelambiente mit einem riesigen Mangrovenast im Hintergrund entworfen, der in verschiedenen Lichtstimmungen farbig leuchtet. Eine große Drehbühne mit mehreren Ebenen erlaubt schnelle Schauplatzwechsel und manche Kletterpartien zwischen Höhlen und Baumwipfeln. Auf einer Lichtung liegt plötzlich ein in weiße Laken verpacktes Menschenjunges. Der vom Feuer der Menschen verletzte Tiger ShirKhan (herrlich hinterhältig: Axel Becker) hat es geraubt und auf der Flucht fallen lassen. Aber – „Ein Tiger vergisst nie“ – er wird sich seine Beute zurückholen. Ein Wolfsrudel findet das Baby. Wolfsmutter Rakscha (Sandra Kernenbach, alternierend mit Andrea Brunetti) schließt das hilflose Wesen sofort ins Herz, nennt es Mowgli und will es mit ihren eigenen Jungen aufziehen. Der Wolfsrat ist erst mal dagegen, aber gegen die Stimme des Leitwolfs Akira (Jan Herrmann, der auch als Affenkönig und als Elefanten-Oberst glänzt) ist er machtlos. Zumal der gutmütige Bär Balou verspricht, sich um die Erziehung des Kleinen zu kümmern.
Mowgli – entzückend verkörpert von Gurmit Bhogal – wächst schnell zu einem fröhlichen Jungen heran, der die Gesetze des Dschungels gelernt und fast vergessen hat, dass er kein Tier ist. „Hier im Dschungel ist immer was los“, singen alle Freunde gemeinsam. Doch der tollpatschige, herzensgute Balou (als absoluter Sympathieträger: Silas Neubauer) und der schlaue schwarze Panther Baghira (katzenhaft beweglich und liebenswürdig gewitzt: Thomas Kahle) wissen, dass der naive Mowgli auf Dauer im Dschungel nicht überleben kann. Nicht nur, weil der rachsüchtige ShirKhan ihm nachstellt. Mowgli muss also zurück in sein Dorf zu den Menschen. Sorgsam begleitet von Balou und Baghira.
Lustig ist die Affen-Hippiehorde im Dauer-Partyrausch, toll der Aufmarsch des Elefantenregiments. Magali Vogel spielt die schillernde Würgeschlange Kaa, deren Hypnoseblick Mowgli gerade noch entwischen kann, und das Dorfmädchen Shanti, bei dessen Anblick er begreift, dass er tatsächlich ein Mensch ist. Mit viel Musik und tänzerischer Energie wird die spannende Geschichte höchst vergnüglich präsentiert. Die Kindergruppen, die bei der besichtigten zweiten Vorstellung den Theatersaal komplett füllten, zeigten sich begeistert von den bunten, spielerisch mitreißenden Dschungelabenteuern.
Empfohlen für Publikum ab 5 Jahren. E.E.K.
Auf der Bühne agieren diesmal nur Mitglieder des erwachsenen Profi-Ensembles. Sie bleiben auch in ihren diversen Tierrollen immer als menschliche Darsteller kenntlich. Ausstattungsleiterin Katharina Savvides (Bühne und Kostüme) hat dafür ein wundervolles Dschungelambiente mit einem riesigen Mangrovenast im Hintergrund entworfen, der in verschiedenen Lichtstimmungen farbig leuchtet. Eine große Drehbühne mit mehreren Ebenen erlaubt schnelle Schauplatzwechsel und manche Kletterpartien zwischen Höhlen und Baumwipfeln. Auf einer Lichtung liegt plötzlich ein in weiße Laken verpacktes Menschenjunges. Der vom Feuer der Menschen verletzte Tiger ShirKhan (herrlich hinterhältig: Axel Becker) hat es geraubt und auf der Flucht fallen lassen. Aber – „Ein Tiger vergisst nie“ – er wird sich seine Beute zurückholen. Ein Wolfsrudel findet das Baby. Wolfsmutter Rakscha (Sandra Kernenbach, alternierend mit Andrea Brunetti) schließt das hilflose Wesen sofort ins Herz, nennt es Mowgli und will es mit ihren eigenen Jungen aufziehen. Der Wolfsrat ist erst mal dagegen, aber gegen die Stimme des Leitwolfs Akira (Jan Herrmann, der auch als Affenkönig und als Elefanten-Oberst glänzt) ist er machtlos. Zumal der gutmütige Bär Balou verspricht, sich um die Erziehung des Kleinen zu kümmern.
Mowgli – entzückend verkörpert von Gurmit Bhogal – wächst schnell zu einem fröhlichen Jungen heran, der die Gesetze des Dschungels gelernt und fast vergessen hat, dass er kein Tier ist. „Hier im Dschungel ist immer was los“, singen alle Freunde gemeinsam. Doch der tollpatschige, herzensgute Balou (als absoluter Sympathieträger: Silas Neubauer) und der schlaue schwarze Panther Baghira (katzenhaft beweglich und liebenswürdig gewitzt: Thomas Kahle) wissen, dass der naive Mowgli auf Dauer im Dschungel nicht überleben kann. Nicht nur, weil der rachsüchtige ShirKhan ihm nachstellt. Mowgli muss also zurück in sein Dorf zu den Menschen. Sorgsam begleitet von Balou und Baghira.
Lustig ist die Affen-Hippiehorde im Dauer-Partyrausch, toll der Aufmarsch des Elefantenregiments. Magali Vogel spielt die schillernde Würgeschlange Kaa, deren Hypnoseblick Mowgli gerade noch entwischen kann, und das Dorfmädchen Shanti, bei dessen Anblick er begreift, dass er tatsächlich ein Mensch ist. Mit viel Musik und tänzerischer Energie wird die spannende Geschichte höchst vergnüglich präsentiert. Die Kindergruppen, die bei der besichtigten zweiten Vorstellung den Theatersaal komplett füllten, zeigten sich begeistert von den bunten, spielerisch mitreißenden Dschungelabenteuern.
Empfohlen für Publikum ab 5 Jahren. E.E.K.
Mittwoch, 28. Januar 2026