Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Bad Bugs im Theater Marabu - kultur 188 - Oktober/November 2024 | Theatergemeinde BONN | Kultur. Vielfalt. Erleben.
kultur - Kritisches

Bad Bugs im Theater Marabu - kultur 188 - Oktober/November 2024

Musikalische Käferbande
„Wir leben tief in der Erde, auf Bäumen und im Unterholz“ – aber jetzt wollen die Bad Bugs doch mal zeigen, dass sie echt was draufhaben.

Inhalt Mit ihrer gleichnamigen Band ziehen sie durch die Lande und machen klar, dass man sie braucht. Sieben schwarze Käfer mit schillernden Flügeln (fantasievolle Ausstattung: Regina Rösing) rocken die Bühne in dem neuen Stück der Marabus. Es ist eine Koproduktion mit dem Theater Bonn und dem Beethovenfest Bonn und feierte seine Uraufführung draußen auf dem Vorplatz der Kreuzkirche.
So richtig beliebt sind die Insekten bei den Menschen nicht. Sie stechen und beißen, verkriechen sich in Ecken und Ritzen, krabbeln wild herum und sehen mit ihren dünnen Beinen irgendwie eklig aus. Viele tragen hässliche Namen wie „Mistkäfer“, „Totengräber“ oder „Hausbock“. Von Milben und Spinnen brauchen wir gar nicht erst zu reden. Insekten sind die größte Tiergruppe weltweit, aber zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht. Die „Bösen Käfer“ haben sich also mit diversen Musikinstrumenten, mehreren Synthesizern und selbst komponierten Songs aufgemacht, um mit harter Schale, aber durchaus weichem Kern zu kämpfen gegen die Zerstörung ihrer Lebensräume. Unter der künstlerischen Leitung und Regie der Ur-Marabus Tina Jücker und Claus Overkamp, die auch
selbst mitspielen, erklären sie, warum man die Käfer braucht. Sie lockern Böden auf, kompostieren Abfälle oder bekämpfen Schädlinge. Ohne sie wäre es aus mit dem von Kinderstimmen beschworenen Ausruhen in schattigen Wäldern und
blühenden Wiesen. Die Insekten stehen zwar ganz unten in der Nahrungskette, aber ohne sie gäbe es keine Blütenbestäubung, keine Früchte, keine Vitamine und irgendwann auch keine Menschen mehr.
Die Städte und das ganze Land müssen wieder grüner werden, lautet die Botschaft. Heutige Großeltern erinnern sich noch: „Unter dem Pflaster liegt der Strand“. Also wird mit dramatischem Aplomb ein Loch in den Boden gestemmt, aus dem flugs ein
grünes Pflänzchen wächst. Die Performer beziehen dabei das junge Publikum geschickt in ihre Aktionen und Lieder mit ein. Mit Hilfe der Kinder verwandelt sich am Ende die ganze Bühne in einen luftigen Platz voller bunter Insekten. Ganz ohne aufdringliche Belehrung mit frechem (Beatles-)Underground-Sound und viel Bewegung. Langer, fröhlicher Beifall.
Empfohlen für Publikum ab 6 Jahren.
Die mobile Produktion ist vorläufig unterwegs an verschiedenen Bonner Schulen. E.E.K.

Dienstag, 27. Mai 2025