kultur - Kritisches
Die Schule der magischen Tiere – voller Löcher! im Jungen Theater Bonn - kultur 188 - Oktober/November 2024
pannendes Spiel im Spiel
„Auf die Bühne“ heißt es in der Klasse von Miss Cornfield an der Wintersteinschule.
Die Schule der magischen Tiere
| © Junges Theater Bonn
Inhalt
Geplant ist ein Theaterstück über den legendären Helden Robin Hood. Casting und Proben sind eigentlich schon aufregend genug.
Doch nun ist plötzlich der Schulgarten voller seltsamer Löcher, deren Zahl schnell zunimmt, die Standfestigkeit des ganzen Schulgebäudes bedroht und den braven Hausmeister Wondraschek schier zur Verzweiflung bringt. Sind da Marsmännchen am Werk oder Archäologen, wie Bennis historisch erfahrene Schildkröte Henrietta vermutet?
Millionen von Kindern in aller Welt kennen die Wintersteinschule und die magischen Tiere, die dort einige Schülerinnen und Schüler freundschaftlich begleiten. Seit die deutsche Autorin Margit Auer 2013 mit der Schule der magischen Tiere einen Bestseller landete, sind vierzehn weitere Bände erschienen zu den Abenteuern der Klasse der etwas merkwürdigen Lehrerin Miss Cornfield. Gerade kam die dritte Folge der Filmserie in die Kinos, die aber ganz andere Episoden präsentiert als das neue Schauspiel. Vor drei Jahren
brachte das Junge Theater Bonn mit großem Erfolg erstmals "Die Schule der magischen Tiere" in einer Bühnenbearbeitung von Tristan Berger heraus. Mitte September feierte nun "Die Schule der magischen Tiere – voller Löcher!" ihre Uraufführung, erneut
in der Regie von Nick Westbrock. Es ist keine Fortsetzung, sondern ein eigenständiges Stück. Man muss also die erste Vorstellung nicht gesehen haben, um die neue Geschichte zu verstehen.
Das bunte Bühnenbild mit dem auf Stufen platzierten Klassenraum hat Lydia Peters in ihrer ersten Arbeit am JTB entworfen, für die Kostüme ist wieder Ausstattungsleiterin Katharina Savvides verantwortlich. Der dramatische Soundtrack stammt von Deniz Yaman, der zum ersten Mal eine komplette Bühnenmusik komponiert hat. Auch fast alle Kinderdarstellerinnen und -darsteller geben in der Inszenierung ihr JTB Debüt. Die Kinderrollen sind wie üblich doppelt besetzt.
Zunächst mal freut sich Ida (Sophia Jung / Louise Bücheler) darüber, dass ihre alte Freundin Miriam (Rubina Arnold / Johanna Frädrich) zu Besuch kommt und einige Wochen mit ihr zur Schule gehen wird, weil ihre eigene wegen dringender Renovierung geschlossen wurde – scheint nicht nur ein Bonner Problem zu sein. Aber da ist das magisches Tier, der schlaue Fuchs Rabbat, und alle Kinder haben geschworen, das Geheimnis dieser für andere unsichtbaren Wesen nicht zu verraten. Die notorische Plaudertasche Miriam muss also dichthalten. Dabei sind diese tierischen Begleiter wirklich fabelhaft. Die Klappmaulfiguren des renommierten Puppenbauers Norman Schneider werden geführt von den Mitgliedern des Profi-Ensembles, die gleichzeitig auch die Erwachsenen-Rollen spielen.
Axel Becker steht als Rabbat dessen Schützling Ida stets treu zur Seite, mimt aber auch den ehrgeizigen Opa Theodor, einen einstigen Filmstar,der mit seinem Schauspielunterricht seinen Enkel Samuel (Leandro Siantis / Simon Büttner), wegen seiner Vorliebe für Schokolade genannt Schoki, bis in nächtliche Albträume verfolgt. Glücklicherweise hat er in seinem besten Freund Benni (Justus Welsch / Henri Reisen) einen tüchtigen Helfer, zumal der mit seiner unerschütterlichen Henrietta (Sandra Kernenbach) ein unschlagbares Gespann bildet. Außerdem hat Mortimer, Inhaber der magischen Zoohandlung, für Schoki ein bezauberndes Pinselohrschwein namens Peperoni aus dem Senegal im Gepäck. Melina Jagodzinska spielt dieses Selbstbewusstsein spendende magische Tier und wechselt in Sekundenschnelle auch in die Rolle der sympathischen Miss Cornfield. Ein tolles Geschenk für die schüchterne Anna Lena (Ava Asgarzadeh / Anna Greta Cremer) ist das Chamäleon Caspar aus Madagaskar, geführt von Thomas Kahle, der auch den Mortimer
verkörpert. Das Mädchen traut sich nun was zu und bekommt die Hauptrolle des mutigen Robin Hood. Zum Leidwesen der eitlen Angeberin Helene (Matilda Sievers / Milou Barion), die aber auch als Köchineine gute Figur macht. Ganz nebenbei ist die Aufführung
auch eine kleine Lektion übers Theater: Beleuchtung, Requisiten und präzise Ablaufpläne sind ebenso unverzichtbar wie die Personen auf der Bühne. Aber was ist mit den Löchern auf dem Schulgelände? Nach der Pause entwirren sich die beiden Handlungsfäden. Verraten sei nur: Opa Theodor sagt nicht immer die Wahrheit, hat aber doch ein überraschend gutes Herz. Wahrscheinlich wird er sogar dem Hausmeister (Silas Neubauer) helfen, die Löcher wieder zuzubuddeln. Begeisterter Premierenbeifall.
Zu Beginn der Vorstellung dankte Intendant Moritz Seibert noch mal der Telekom, die nicht nur Hauptsponsor des JTB ist, sondern seit 20 Jahren traditionell die Saisoneröffnungs Premieren in ihrem großen Telekom Forum beherbergt. Die Schule der magischen Tiere – voller Löcher residiert inzwischen im JTB Haupthaus an der Beueler Hermannstraße.
Die Aufführung wird empfohlen für Publikum ab 6 Jahren. E.E. K.
Doch nun ist plötzlich der Schulgarten voller seltsamer Löcher, deren Zahl schnell zunimmt, die Standfestigkeit des ganzen Schulgebäudes bedroht und den braven Hausmeister Wondraschek schier zur Verzweiflung bringt. Sind da Marsmännchen am Werk oder Archäologen, wie Bennis historisch erfahrene Schildkröte Henrietta vermutet?
Millionen von Kindern in aller Welt kennen die Wintersteinschule und die magischen Tiere, die dort einige Schülerinnen und Schüler freundschaftlich begleiten. Seit die deutsche Autorin Margit Auer 2013 mit der Schule der magischen Tiere einen Bestseller landete, sind vierzehn weitere Bände erschienen zu den Abenteuern der Klasse der etwas merkwürdigen Lehrerin Miss Cornfield. Gerade kam die dritte Folge der Filmserie in die Kinos, die aber ganz andere Episoden präsentiert als das neue Schauspiel. Vor drei Jahren
brachte das Junge Theater Bonn mit großem Erfolg erstmals "Die Schule der magischen Tiere" in einer Bühnenbearbeitung von Tristan Berger heraus. Mitte September feierte nun "Die Schule der magischen Tiere – voller Löcher!" ihre Uraufführung, erneut
in der Regie von Nick Westbrock. Es ist keine Fortsetzung, sondern ein eigenständiges Stück. Man muss also die erste Vorstellung nicht gesehen haben, um die neue Geschichte zu verstehen.
Das bunte Bühnenbild mit dem auf Stufen platzierten Klassenraum hat Lydia Peters in ihrer ersten Arbeit am JTB entworfen, für die Kostüme ist wieder Ausstattungsleiterin Katharina Savvides verantwortlich. Der dramatische Soundtrack stammt von Deniz Yaman, der zum ersten Mal eine komplette Bühnenmusik komponiert hat. Auch fast alle Kinderdarstellerinnen und -darsteller geben in der Inszenierung ihr JTB Debüt. Die Kinderrollen sind wie üblich doppelt besetzt.
Zunächst mal freut sich Ida (Sophia Jung / Louise Bücheler) darüber, dass ihre alte Freundin Miriam (Rubina Arnold / Johanna Frädrich) zu Besuch kommt und einige Wochen mit ihr zur Schule gehen wird, weil ihre eigene wegen dringender Renovierung geschlossen wurde – scheint nicht nur ein Bonner Problem zu sein. Aber da ist das magisches Tier, der schlaue Fuchs Rabbat, und alle Kinder haben geschworen, das Geheimnis dieser für andere unsichtbaren Wesen nicht zu verraten. Die notorische Plaudertasche Miriam muss also dichthalten. Dabei sind diese tierischen Begleiter wirklich fabelhaft. Die Klappmaulfiguren des renommierten Puppenbauers Norman Schneider werden geführt von den Mitgliedern des Profi-Ensembles, die gleichzeitig auch die Erwachsenen-Rollen spielen.
Axel Becker steht als Rabbat dessen Schützling Ida stets treu zur Seite, mimt aber auch den ehrgeizigen Opa Theodor, einen einstigen Filmstar,der mit seinem Schauspielunterricht seinen Enkel Samuel (Leandro Siantis / Simon Büttner), wegen seiner Vorliebe für Schokolade genannt Schoki, bis in nächtliche Albträume verfolgt. Glücklicherweise hat er in seinem besten Freund Benni (Justus Welsch / Henri Reisen) einen tüchtigen Helfer, zumal der mit seiner unerschütterlichen Henrietta (Sandra Kernenbach) ein unschlagbares Gespann bildet. Außerdem hat Mortimer, Inhaber der magischen Zoohandlung, für Schoki ein bezauberndes Pinselohrschwein namens Peperoni aus dem Senegal im Gepäck. Melina Jagodzinska spielt dieses Selbstbewusstsein spendende magische Tier und wechselt in Sekundenschnelle auch in die Rolle der sympathischen Miss Cornfield. Ein tolles Geschenk für die schüchterne Anna Lena (Ava Asgarzadeh / Anna Greta Cremer) ist das Chamäleon Caspar aus Madagaskar, geführt von Thomas Kahle, der auch den Mortimer
verkörpert. Das Mädchen traut sich nun was zu und bekommt die Hauptrolle des mutigen Robin Hood. Zum Leidwesen der eitlen Angeberin Helene (Matilda Sievers / Milou Barion), die aber auch als Köchineine gute Figur macht. Ganz nebenbei ist die Aufführung
auch eine kleine Lektion übers Theater: Beleuchtung, Requisiten und präzise Ablaufpläne sind ebenso unverzichtbar wie die Personen auf der Bühne. Aber was ist mit den Löchern auf dem Schulgelände? Nach der Pause entwirren sich die beiden Handlungsfäden. Verraten sei nur: Opa Theodor sagt nicht immer die Wahrheit, hat aber doch ein überraschend gutes Herz. Wahrscheinlich wird er sogar dem Hausmeister (Silas Neubauer) helfen, die Löcher wieder zuzubuddeln. Begeisterter Premierenbeifall.
Zu Beginn der Vorstellung dankte Intendant Moritz Seibert noch mal der Telekom, die nicht nur Hauptsponsor des JTB ist, sondern seit 20 Jahren traditionell die Saisoneröffnungs Premieren in ihrem großen Telekom Forum beherbergt. Die Schule der magischen Tiere – voller Löcher residiert inzwischen im JTB Haupthaus an der Beueler Hermannstraße.
Die Aufführung wird empfohlen für Publikum ab 6 Jahren. E.E. K.
Dienstag, 27. Mai 2025