Changes
| © GOP Variete Theater
Inhalt
Eine Telefonzelle ist Dreh- und Angelpunkt der Show Changes, die am 3.05.2024 ihre Bonn-Premiere im GOP feierte. Die Produktion unter der Regie von Vincent Dubé ist eine Koproduktion mit der kanadischen Artistik-Compagnie Machine du Cirque.
Zunächst entführt die Show in das Jahr 1989: Damals haben Bernard (Olivier Lépine) und Nicole (Constance Dansart) einander kennengelernt. Gemeinsam sind sie auf Weltreise gegangen; für Bernard war Nicole die große Liebe. Aber dann, auf einer Etappe in Kanada, war Schluss: Nicole wollte nicht mehr, die beiden trennten sich uneinvernehmlich. Nicole ging einfach und war nicht mehr zu erreichen, für Bernard brach eine Welt zusammen. Er blieb von nun an dort, wo sie zuletzt zusammen waren: auf dem Gelände einer Tankstelle. Hier nistete er sich in der Telefonzelle ein: Nicole könnte ja schließlich jederzeit dorthin wiederkommen oder sogar anrufen! Der kanadische Schauspieler Olivier Lépine erobert in dieser Rolle des traurigen Einsiedlers ohne Worte, allein mit seiner Mimik und Gestik, schnell das Herz des Publikums.
In der Rolle des Erzählers verdeutlicht Simon Huggler das Geschehen und verbindet dabei Einst und Morgen auch musikalisch am Schlagzeug und weiteren Instrumenten. Seine selbst arrangierten Kompositionen bilden eine soundtechnische Brücke von den 1980er-Jahren bis „heute“.
Denn ein Zeitsprung versetzt die Handlung in das Jahr 2030 und hinein in die Welt der Artistik. In dieser nahen Zukunft ist die Tankstelle stillgelegt und ein Treffpunkt für junge Akrobaten geworden, die hier miteinander trainieren – während Bernard von seiner Telefonzelle aus wie in einem Kokon das Geschehen beobachtet.
In mitreißenden Street-Dance- und Artistiknummern zeigt(e) die neun- bzw. zehnköpfige Artistik-Cast (der Schleuderbrett- und Handstand-Artist Damien Descloux war am Premierentag leider verletzt) auch gemeinsam ihr Können.
Constance Dansart begeistert das Publikum mit dem Cyr-Reifen und am Trapez, Alexandre Alain am Vertikaltuch, Sebastian Plester als Diabolo-Künstler und Naomie Vogt Roby mit einzigartigen Pole- und Perch-Nummern. In Partner-Akrobatik-Nummern sorgt Francis-Olivier Girard, der sogar eine Dreier-Artistenpyramide auf seinen Armen tragen kann, für Aufsehen. Publio Alberto Rabago trat bei der Premiere nicht nur mit seiner Pole-Nummer auf, sondern als Ersatz für den verletzten Kollegen ausnahmsweise auch an den Strapaten. Ebenso spontan brachte sich die Partner-Akrobatin Marie-France Huet an diesem Abend mit mitreißend guter Laune in einer Ensemble-Sonderzugabe am Schleuderbrett ein.
In einer Einradnummer mit immer höheren Stangen schraubt sich nicht nur Raphaël Dubé in die Höhe, sondern auch „Bernard“ ist plötzlich dabei. Zuvor hat er sich aber aus seinem selbstgewählten Rückzugsort befreien müssen. Einen ersten Ausschlag hierzu gibt eine Tanzeinlage, mit der Bernard den Youngsters zeigen will, wie man in seiner Jugend getanzt hat. Er präsentiert einen zunächst zaghaften, dann immer grandioseren Moonwalk zu Michael Jacksons „Man in the Mirror”. Der Song könnte titelgebend gewesen sein, heißt es doch „If you wanna make the world a better place: Take a look at yourself and then make that Change”!
Nach 40 Jahren hat Bernards Wartezeit ein Ende: Er schließt sich der jungen Clique an. Und was tut er, als dann tatsächlich das Telefon der Telefonzelle klingelt? Erleben Sie es selbst – noch bis zum 7. Juli in dieser sehenswerten Show mit liebevoller Story und nicht zuletzt einem tollen, vielfarbigen und variantenreichen Lichtdesign im GOP BONN.
J.S.
Zunächst entführt die Show in das Jahr 1989: Damals haben Bernard (Olivier Lépine) und Nicole (Constance Dansart) einander kennengelernt. Gemeinsam sind sie auf Weltreise gegangen; für Bernard war Nicole die große Liebe. Aber dann, auf einer Etappe in Kanada, war Schluss: Nicole wollte nicht mehr, die beiden trennten sich uneinvernehmlich. Nicole ging einfach und war nicht mehr zu erreichen, für Bernard brach eine Welt zusammen. Er blieb von nun an dort, wo sie zuletzt zusammen waren: auf dem Gelände einer Tankstelle. Hier nistete er sich in der Telefonzelle ein: Nicole könnte ja schließlich jederzeit dorthin wiederkommen oder sogar anrufen! Der kanadische Schauspieler Olivier Lépine erobert in dieser Rolle des traurigen Einsiedlers ohne Worte, allein mit seiner Mimik und Gestik, schnell das Herz des Publikums.
In der Rolle des Erzählers verdeutlicht Simon Huggler das Geschehen und verbindet dabei Einst und Morgen auch musikalisch am Schlagzeug und weiteren Instrumenten. Seine selbst arrangierten Kompositionen bilden eine soundtechnische Brücke von den 1980er-Jahren bis „heute“.
Denn ein Zeitsprung versetzt die Handlung in das Jahr 2030 und hinein in die Welt der Artistik. In dieser nahen Zukunft ist die Tankstelle stillgelegt und ein Treffpunkt für junge Akrobaten geworden, die hier miteinander trainieren – während Bernard von seiner Telefonzelle aus wie in einem Kokon das Geschehen beobachtet.
In mitreißenden Street-Dance- und Artistiknummern zeigt(e) die neun- bzw. zehnköpfige Artistik-Cast (der Schleuderbrett- und Handstand-Artist Damien Descloux war am Premierentag leider verletzt) auch gemeinsam ihr Können.
Constance Dansart begeistert das Publikum mit dem Cyr-Reifen und am Trapez, Alexandre Alain am Vertikaltuch, Sebastian Plester als Diabolo-Künstler und Naomie Vogt Roby mit einzigartigen Pole- und Perch-Nummern. In Partner-Akrobatik-Nummern sorgt Francis-Olivier Girard, der sogar eine Dreier-Artistenpyramide auf seinen Armen tragen kann, für Aufsehen. Publio Alberto Rabago trat bei der Premiere nicht nur mit seiner Pole-Nummer auf, sondern als Ersatz für den verletzten Kollegen ausnahmsweise auch an den Strapaten. Ebenso spontan brachte sich die Partner-Akrobatin Marie-France Huet an diesem Abend mit mitreißend guter Laune in einer Ensemble-Sonderzugabe am Schleuderbrett ein.
In einer Einradnummer mit immer höheren Stangen schraubt sich nicht nur Raphaël Dubé in die Höhe, sondern auch „Bernard“ ist plötzlich dabei. Zuvor hat er sich aber aus seinem selbstgewählten Rückzugsort befreien müssen. Einen ersten Ausschlag hierzu gibt eine Tanzeinlage, mit der Bernard den Youngsters zeigen will, wie man in seiner Jugend getanzt hat. Er präsentiert einen zunächst zaghaften, dann immer grandioseren Moonwalk zu Michael Jacksons „Man in the Mirror”. Der Song könnte titelgebend gewesen sein, heißt es doch „If you wanna make the world a better place: Take a look at yourself and then make that Change”!
Nach 40 Jahren hat Bernards Wartezeit ein Ende: Er schließt sich der jungen Clique an. Und was tut er, als dann tatsächlich das Telefon der Telefonzelle klingelt? Erleben Sie es selbst – noch bis zum 7. Juli in dieser sehenswerten Show mit liebevoller Story und nicht zuletzt einem tollen, vielfarbigen und variantenreichen Lichtdesign im GOP BONN.
J.S.
Donnerstag, 01. August 2024