kultur - Kritisches
Nur über meine Leiche - Rheinkabarett im Haus der Springmaus - kultur Nr. 185 - April 2024
Satire mit Gesang
Da muss ein Haken dran sein. Ein Penthouse – geschenkt? Und zwar von der alten Zicke, die sonst immer an der WG in der Etage unter ihr rummeckerte.
Inhalt
Jetzt will sie mit ihrem neuen Lover nach Ibiza ziehen und ihre schicke Wohnung den Springmäusen überlassen. Bedingung: Sie sollen sie zeitnah günstig vermieten,
brauchen also jemanden, der zu ihnen passt. Ideen, die Immobilie selbst zu übernehmen und daraus einen Yoga-Tempel oder eine Babyrobben-Schutzzone zu machen, werden schnell verworfen.
Klar ist: Es kommt nicht jeder in unseren Bau. Passende weibliche Verstärkung hat das Rheinkabarett-Ensemble jedenfalls schon gefunden, nachdem sich Andreas Etienne in den (vorläufigen) Ruhestand
verabschiedet hat. Susanne Pätzold ist die Neue, sangesfreudig wie das altgediente Team und spielerisch ein Hauptgewinn. Zugegeben: Die Ausgangssituation der neuen Springmaus-Produktion (Regie und Idee: Hans Holzbecher)
ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine pannenfreie Fahrt mit der Deutschen Bahn. Aber Cosima Seitz, Michael Müller und Christoph Scheeben lassen sich nicht entmutigen von ihrem plötzlichen Luxusproblem.
Und weil alle vorzüglich singen können, was sie hier auch ausgiebig tun, muss niemand um sein Leben fürchten. Allenfalls ein kleiner Lachmuskelkater droht angesichts des irren Getümmels auf dem Wohnungsmarkt.
Pätzold als durchgeknallte Maklerin verkörpert mit rasanten Kostümwechseln auch noch die ganze Bewerber*innenRiege, die die potenziellen Vermieter heimsucht. Ob Nerd oder Neandertaler, Indigene von Wangerooge
oder Kardinal Woelki persönlich – das Angebot ist schier unerschöpflich. Herrlich komisch ist die Nummer mit dem verzweifelten Ehemann, der dringend Tickets für ein David Garrett Konzert braucht.
Schön böse der Sketch mit dem Immobilienhai, der eine „SleepandGo“-Anlage betreibt, wo unter den Bonner Brücken bis zu 600 Wohnungslose nächtigen können.
Virtuoser Slapstick, schwarzer Humor und ein bunter Liedermix von Klassik bis Pop sorgen für einen vergnüglichen Abend mit dem notorisch streitlustigen Trio und der vielseitigen neuen Stimme.
Die Konfliktlösung ist garantiert unblutig, aber doch zu schön, um wahr zu sein. Munterer Premierenapplaus. (E.E.K.)
brauchen also jemanden, der zu ihnen passt. Ideen, die Immobilie selbst zu übernehmen und daraus einen Yoga-Tempel oder eine Babyrobben-Schutzzone zu machen, werden schnell verworfen.
Klar ist: Es kommt nicht jeder in unseren Bau. Passende weibliche Verstärkung hat das Rheinkabarett-Ensemble jedenfalls schon gefunden, nachdem sich Andreas Etienne in den (vorläufigen) Ruhestand
verabschiedet hat. Susanne Pätzold ist die Neue, sangesfreudig wie das altgediente Team und spielerisch ein Hauptgewinn. Zugegeben: Die Ausgangssituation der neuen Springmaus-Produktion (Regie und Idee: Hans Holzbecher)
ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine pannenfreie Fahrt mit der Deutschen Bahn. Aber Cosima Seitz, Michael Müller und Christoph Scheeben lassen sich nicht entmutigen von ihrem plötzlichen Luxusproblem.
Und weil alle vorzüglich singen können, was sie hier auch ausgiebig tun, muss niemand um sein Leben fürchten. Allenfalls ein kleiner Lachmuskelkater droht angesichts des irren Getümmels auf dem Wohnungsmarkt.
Pätzold als durchgeknallte Maklerin verkörpert mit rasanten Kostümwechseln auch noch die ganze Bewerber*innenRiege, die die potenziellen Vermieter heimsucht. Ob Nerd oder Neandertaler, Indigene von Wangerooge
oder Kardinal Woelki persönlich – das Angebot ist schier unerschöpflich. Herrlich komisch ist die Nummer mit dem verzweifelten Ehemann, der dringend Tickets für ein David Garrett Konzert braucht.
Schön böse der Sketch mit dem Immobilienhai, der eine „SleepandGo“-Anlage betreibt, wo unter den Bonner Brücken bis zu 600 Wohnungslose nächtigen können.
Virtuoser Slapstick, schwarzer Humor und ein bunter Liedermix von Klassik bis Pop sorgen für einen vergnüglichen Abend mit dem notorisch streitlustigen Trio und der vielseitigen neuen Stimme.
Die Konfliktlösung ist garantiert unblutig, aber doch zu schön, um wahr zu sein. Munterer Premierenapplaus. (E.E.K.)
Montag, 24. Juni 2024