Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website „Ich bin gut organisiert. Sonst könnte ich nicht arbeiten. - ”Porträt der TG-Besuchergruppe Niederkassel und ihrer Leiterin Cäcilia Holzer - kultur Nr. 184 - März 2024 | Theatergemeinde BONN | Kultur. Vielfalt. Erleben.
Interviews

„Ich bin gut organisiert. Sonst könnte ich nicht arbeiten. - ”Porträt der TG-Besuchergruppe Niederkassel und ihrer Leiterin Cäcilia Holzer - kultur Nr. 184 - März 2024

Am 9. Januar 2024 sprach die kulturRedaktion
mit Cäcilia Holzer, Leiterin der TGBesuchergruppe
Niederkassel.

Inhalt Am 9. Januar 2024 sprach die kulturRedaktion
mit
Cäcilia Holzer, Leiterin der TGBesuchergruppe
Niederkassel.
Liebe Frau Holzer, seit wann gibt es die Gruppe
Niederkassel? Wissen Sie, wer ihre Gründer waren
und wie die Gruppe entstand?
Die Theatergruppe Niederkassel besteht schon seit
den 1950erJahren.
Der frühere Schulleiter der
Ranzeler Grundschule hat bereits diesen Theaterbus
organisiert.
Laut dem Archiv der Theatergemeinde gehören zu
seinen Gruppenleiterinnen der letzten Jahrzehnte
u. a. Frau Weh, Frau Radermacher und Frau van
Radecke (ab der Spielzeit 2000/2001). Wie sind Sie
in die Gruppe gekommen? Welche Ihrer Vorgänger/
innen
haben Sie noch gekannt?
Meine Schwester und ich haben im Jahr 2007 mit
zwei Abos „Musik – Straße der Lieder“ in der Kölner
Philharmonie den Einstieg in die Kulturszene erlebt.
Am 9.01.2009 haben wir den ers ten Opernbesuch in Bonn absolviert und
sind seitdem Mitglied der Thea tergruppe NiederkasselRanzel.
Im Jahr
2019 haben Frau und Herr van Radecke aus Altersgründen die Gruppenleitung
abgegeben – sie sind weiterhin Mitglieder der Gruppe – und
meine Schwester und ich haben die gute Organisation für den Theaterbus
übernommen.
Wie setzt sich die Gruppe zusammen?
Als wir in die Gruppe kamen, waren viele Seniorinnen und Senioren dabei.
Einige sind „seit Corona“ leider nicht mehr Mitglied. Dennoch sind
viele schon sehr lange in der Gruppe und froh, dass es mit dem Bus zu
den Veranstaltungen geht. Ein Mitglied ist letztes Jahr im Alter von 89
Jahren nach 50 Jahren Zugehörigkeit aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden.
Seit Sommer 2022 haben wir acht Mitglieder von der Theatergruppe
NiederkasselLülsdorf,
die seit den 1980erJahren
von Hildegard
Kneutgen und später ihrem Sohn Alexander Kneutgen geleitet wurde,
übernommen.
Was ist charakteristisch für Niederkassel und seine Einwohner? Was
bieten Niederkassel und Umgebung an Kultur?
Niederkassel hat ca. 41.000 Einwohner und ist gegliedert in die Orts teile
Ranzel, Lülsdorf, Niederkassel, Rheidt und Mondorf.
In Niederkassel gibt es (Laien)
Theateraufführungen von einem Theaterkreis
in Rheidt. Die Katholischen Frauen der Ortsteile bieten bunte Nachmittage
oder Abende an, für die z. B. Sketche einstudiert und aufgeführt
werden. Jeder Ortsteil hat einen eigenen Karnevalsverein mit
Sitzungen etc.
Aus Ranzel und Lülsdorf kann man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln
nach Köln fahren und dort z. B. die Philharmonie, die Oper, viele Theater
oder die Lanxess Arena besuchen.
Wie machen Sie auf die Theatergruppe aufmerksam?
Durch Flyer und vor allem durch „MundzuMundPropaganda“.
Letzteres
funktioniert immer noch am besten, z. B. im Turnverein, woher einige
unserer Mitglieder einander bereits kannten.
Ich habe den Eindruck, dass unser Abo mit Busservice erst für Leute ab
70 Jahren interessant wird. Die Jüngeren fahren lieber mit dem Auto ins
Theater.
Fahren alle Ihrer Mitglieder mit dem Bus ins Theater?
Im Moment haben wir 29 Busund
sechs Autofahrer. Im Bus ist Platz für
45 Personen.
Wieviele Stationen hat Ihr Bus?
Zehn bis elf Stationen sind es bis Bonn oder Bad Godesberg. Meine
Schwester bringt drei Damen aus Lülsdorf mit nach Ranzel zum Bus.
Man muss die Abfahrtszeiten an den Busstationen gut planen. Der Bus
soll aus Sicherheitsgründen wirklich erst losfahren wenn alle sitzen.
Wie wird der Spielplan Ihrer Gruppe festgelegt?
Machen Sie Abstimmungen anhand von Wunschzetteln?
Ja, wir verteilen Wunschzettel mit den Aufführungen
der kommenden Saison und orientieren uns bei
der Stückeauswahl daran. Die Wunschzettel werden
gerne angenommen. Bei der Wahl der Vorstellungstermine
nehmen wir Rücksicht auf größere
Veranstaltungen im Ort, z. B. die Karnevalssitzungstermine.
Unser Programm besteht aus einer Mischung aus
Oper, Schauspiel und Komödie. Wir machen einen
Jahresplan und reservieren die Karten frühzeitig bei
der Theatergemeinde. Damit ist sichergestellt, dass
wir auf jeden Fall Karten für unsere vorgesehenen
Veranstaltungen erhalten.
Welches ist Ihr Lieblingstheater?
Die Oper Bonn und das Kleine Theater Bad Godesberg!
Was war Ihr schönstes und was Ihr schlimmstes Erlebnis als Gruppenleiterin?
Ein schlimmes Erlebnis war während der „CoronaZeit“,
als aber die
Theat er schon wieder spielten. Ich hatte an einem Tag, an dem wir
abends mit der Gruppe ins Schauspielhaus fahren wollten, nachmittags
das Telefon ausgestöpselt, um mich etwas auszuruhen. Währenddessen
kam die Nachricht, dass die Vorstellung im Schauspielhaus an diesem Tag
ausfällt. Gott sei Dank hat die Theatergemeinde meine Schwester angerufen
und so konnten wir alle Mitglieder noch rechtzeitig informieren.
Außerdem hatte – auch „während Corona“, als die Eintrittsregeln der
Theater so streng waren – eine Dame aus der Gruppe ihre Karte und die
Karten von zwei anderen Damen vergessen. Weil das Kassenpersonal
uns nicht unbürokratisch helfen konnte, haben wir mit der Theatergemeinde,
Frau SchmidtSodingen,
telefoniert. Sie konnte im Schauspielhaus
erreichen, dass doch alle an der Vorstellung teilnehmen konnten ...
Wieviel Arbeit macht die ehrenamtliche Tätigkeit als Gruppenleiterin?
Ich bin durch meine frühere Berufstätigkeit für den Gesamtbetriebsrat
eines großen Warenhauskonzerns sehr gut organisiert. Das hilft mir auch
bei dieser Tätigkeit.
Wir bringen die Karten zu den Mitgliedern, einige verschicken wir mit der
Post. Für die Zahlungen der Mitglieder habe ich ein separates Konto eingerichtet.
Den Tipp von Frau van Radecke, an den Vorstellungstagen mittags
beim Busunternehmen nachzufragen, ob mit dem Bus alles klappen
wird, beherzige ich weiterhin.
Was motiviert Sie zu der Aufgabe?
Vor allem macht es mir Freude, die älteren Herrschaften mit dem Bus zu
den Veranstaltungen zu begleiten. Die Leute sind so dankbar, sie kämen
ansonsten nicht ins Theater.
Sie sind schon viele Jahre Gruppenleiterin. Was denken Sie – wie hat
sich die Theaterwelt in Bonn und Umgebung in den letzten Jahren verändert?
Mir fällt vor allem auf, dass in Bonn inzwischen wieder mehr jüngere Leute
im Publikum sind. Und es gibt viele ältere Zuschauer. Es scheinen
weniger Besucher aus den „Zwischenjahrgängen“ vertreten zu sein.
Welche Frage möchten Sie noch gestellt bekommen? Was ist Ihnen ein
Anliegen?
Ich freue mich, dass ich diese Aufgabe übernommen habe!
Vielen Dank!

Sie haben Interesse, Mitglied der Gruppe Niederkassel zu werden?
Kontakt Frau Holzer: Tel. 0 22 08 / 30 27.

Montag, 24. Juni 2024