Interviews
Elisabeth Einecke-Klövekorn trifft den Kinder- und Jugendchor der Oper Bonn - kultur Nr. 183 - Januar 2024
Weihnachtskonzerte und „Brundibár“
Inhalt
Ein paar Tage vor dem ersten Adventssonntag: Im Ballettsaal der Bonner
Oper herrscht munteres Treiben. Der Kinderund
Jugendchor probt für
seine nächsten Auftritte, ganz aktuell für das adventliche MitsingKonzert
am 3. Dezember auf der großen Opernbühne. 88 junge Sängerinnen und
Sänger (von insgesamt rund 130) haben sich angemeldet, ein paar
mussten wegen der aktuellen Erkältungswelle aber wieder absagen,
erklärt Bernhard Gehrmann, der seit 2018 zum Betreuungsteam gehört.
„Mein Sohn hat hier schon mitgesungen“, erzählt er. „Ich selbst bin in
einem Kirchenchor. Die Musik macht mir Spaß, und die Arbeit mit den Kindern
hier ist eine schöne Aufgabe.“ Die Aufsichtspersonen sind vom
Theater Bonn und dem Staatlichen Amt für Arbeitsschutz in Köln beauftragt,
für die Sicherheit der jungen Chormitglieder zu sorgen. Das reicht
von der Einhaltung der Hausordnung bis zur Ruhestiftung, von der Notfallhilfe
bis zur gelegentlichen Seelentröstung. Bei Bühnenauftritten müssen
immer mindestens zwei erwachsene Aufsichtspersonen anwesend
sein, um alles im Blick zu behalten. Heute kümmert sich neben Bernhard
vor allem Mette Michels vom Jugendchor um die quirligen Kleinen vom
Vorchor.
Zunächst ruft Ekaterina Klewitz zum Einsingen. Eine Routineübung,
zuerst Summen, dann Tonleitern rauf und runter, zunehmende Konzentration
auf Stimme und Körper. Die Kleinen scharen sich eng um den
Flügel, die Größeren bleiben weiter hinten. Katja, wie alle sie hier nennen,
leitet den Nachwuchschor seit 2007. Die gebürtige Moskauerin (s. kulturInterview
Nr. 66, Mai 2010) kennt alle ihre Chorkinder sehr genau und
kümmert sich um deren kleinere oder größere Probleme. Die vielseitige
Künstlerin ist auch eine hervorragende Pädagogin und bei ihrem großen
Ensemble sehr beliebt. Obwohl sie mitunter auch streng sein kann und
hohe Anforderungen stellt.
2019 erreichte sie mit ihrem Chor das Halbfinale des renommierten Wettbewerbs
„Der beste Chor im Westen“, 2020 erhielt der Chor den Förderpreis
der Bonner Opernfreunde, 2021 wurde die Produktion „Faust“ für
den „Opus Klassik“ in der Kategorie Nachwuchsförderung nominiert. Etliche
große Opernhäuser beneiden Bonn um diesen besonderen Einsatz.
Im Mai 2023 konnte der Chor mit einem großen Jubiläumskonzert sein
30jähriges
Bestehen feiern. Selbstverständlich gehörte auch die Theatergemeinde
BONN zu den Gratulanten.
Inzwischen ist der Solorepetitor Elia Tagliavia eingetroffen, um die Probe
am Flügel zu begleiten, während Katja ans Dirigentenpult gewechselt hat.
Zuerst ist der Vorchor an der Reihe, also die Sechsbis
Zehnjährigen, die
ja nur 90 Minuten proben dürfen. Etliche Lieder haben sie schon eingeübt.
Katja lobt, wie gut sie alle die deutschen und englischen Texte beherrschen.
„Aber wo sind eure Hände, wenn ihr singt? Okay, ganz locker
hängen lassen!“ Das Lied „Dicke rote Kerzen“ klappt perfekt. Katja mahnt
noch mal: „Ihr müsst mit dem Gesicht dabei sein, also nach vorn schauen.
Die Noten bitte nicht nach unten halten! Und ihr müsst fröhlich singen,
damit das Publikum die ‚fröhliche Weihnachtszeit‘ spürt und Lust bekommt,
mitzusingen!“ Vor dem Lied „Wir haben Hunger, wir wollen essen“
verteilen Daniela und Eliana vom Hauptchor, die auch die Choreografie
des Konzerts übernommen haben, aus einem großen Eimer Holzlöffel
an die Kinder. Das rhythmische Klopfen damit muss noch geübt werden.
„Wer nicht aufpasst, bekommt die Löffel weggenommen“, droht
Katja scherzhaft. Trotz aller Konzentration wird viel gelacht an diesem
Probenabend.
Der Vorchor darf sich kurz ausruhen und zuschauen, während der Hauptchor
(10 bis 16 Jahre) und der Jugendchor (16 bis 20 Jahre) sich aufstellen.
„There is a Santa Claus“ aus dem Musical „Elf“ steht auf dem Programm.
Wie es mit den Choreografinnen einstudiert ist, rennt die junge
Solistin Iklim aufgeregt durch die Reihen. Katja mahnt: „Ihr müsst lebendig
sein und mit dem Körper darauf reagieren: Stellt euch vor, ihr wärt auf
dem Bonner Weihnachtsmarkt. Ihr habt alle Freiheit und könnt alles machen.
Nur denkt bitte daran, nicht nach unten zu schauen!“ Nach drei Anläufen
ist eine bewegte Szene entstanden.
Neben der musikalischen Arbeit und Konzertauftritten gehört auch das
szenische Spielen zu den Aufgaben der jungen Truppe. Bei zahlreichen
Opernaufführungen haben Mitglieder solistisch oder als Ensemble mitgewirkt.
Ab 1999 folgten dann auch viele Eigenproduktionen. Den Anfang
machte die Kinderoper Brundibár, komponiert von Hans Krása im KZ Theresienstadt.
Dieses Werk, inszeniert von Mark Daniel Hirsch, steht ab
dem 21. März 2024 unter Katjas musikalischer Leitung wieder auf dem
Spielplan. Wie bereits 2019 erneut mit der beklemmenden Rahmenerzählung
Überleben. Monolog von Lisa Sommerfeldt, vorgetragen von der
Bonner Schauspielerin Barbara Teuber.
Ein großer Erfolg war 2009 das KinderMusical
Die Chinesische
Nachtigall, bei dem Katja erstmals die musikalische Gesamtleitung übernahm.
In der Folge entstand eine ganze Reihe von neuen jungen MusiktheaterProduktionen,
mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Regisseur
Jens Kerbel, der zum Auftakt dieser Saison in der Oper das Musical
Frankenstein Junior inszenierte. Sehr beindruckend war auch Schuberts
Winterreise auf der großen Bühne mit vielen Mitgliedern des Jugendchors, inszeniert von Jürgen R. Weber.
Katja erarbeitete hier wie bei vielen anderen
Stücken die musikalischen Arrangements
und dirigierte die Vorstellungen.
Insbesondere bei Humperdincks
Oper Hänsel und Gretel stand sie mehrfach
selbst als Dirigentin am Pult des
Beethoven Orchesters.
In der laufenden Spielzeit gibt es keine
Oper, die Kinderstimmen erfordert. Im
vergangenen Sommer gab es zudem ein
paar rechtliche Unstimmigkeiten, die
zeitweise Proben und Auftritte von Chormitgliedern
unter 16 Jahren verhinderten, so dass beim Theaterfest im
August nicht alles wie geplant stattfinden konnte. Diese Probleme sind inzwischen
mit der Theaterleitung gelöst. In der nächsten Saison soll es auf
der großen Bühne wieder mehr Auftritte des Nachwuchschors geben. Viel
zu tun bleibt ohnehin. Am 17. und 18. Dezember nimmt der Kinderchor
zusammen mit einem Puppenspieler beim Sitzkissenkonzert Aschenputtel
im Opernfoyer das jüngste Publikum mit auf eine klingende Märchenreise.
Die drei Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Beim Weihnachtskonzert
des Beethoven Orchesters am 23. Dezember in der Kreuzkirche
wird der Chor u .a. Hindemiths musikalisches Märchen Tuttifäntchen aufführen.
Dafür wird dann in den kommenden Wochen intensiv geprobt. Je
nach Verfügbarkeit der Räume mal im Opernhaus, manchmal auch in den
Probenräumen auf dem Gelände der Halle Beuel.
Ob sie es anstrengend finden, frage ich einige Kinder. Gabriel (9) war
schon beim Jubiläumskonzert 2023 dabei, Ken (7) ist noch neu. Beide
sagen, dass es ihnen viel Spaß macht. Brooke (12) hat mit 7 Jahren angefangen
und ist gern dabeigeblieben. Sie mag am liebsten klassische
Musik, findet aber auch Songs wie „Do You Want to Build a Snowman?“
aus dem DisneyFilm
„Frozen“ sehr schön. Katja nimmt Anregungen der
Jugendlichen immer gern auf und mischt Oper, Musical, Barock, Pop und
Rock, damit alle ihre Vorlieben wiederfinden. Vielfältig soll es sein wie die
jungen Menschen in ihrem Chor.
Vielfältig ist das Engagement sowieso.
Bereits im November 2017 erlebte der
Chor ein ganz besonderes Ereignis. Beim
Weltklimagipfel COP 23 in Bonn eröffnete
er mit dem eigens dafür komponierten
Lied von Bernadette La Hengst I’m an
Island die Konferenz. Beim Welttag gegen
Desertifikation und Dürre im Juni
2020 erhob der Jugendchor seine Stimme
für einen sorgsamen Umgang mit unserem
Planeten (wegen Corona nur digital
zu erleben), im vergangenen September
waren sie zur Eröffnung der Nachhaltigkeitsbühne auf dem Bonner
Marktplatz eingeladen.
Es geht um mehr als gemeinschaftliches Singen, der Chor ist für viele ein
wichtiger emotionaler Erfahrungsraum. Etliche Freundschaften sind hier
entstanden, mehrere Ehemalige, wie z.B. Susanna Kilian, die auch als studentische
Hilfskraft im WölflHaus
tätig ist, wirken immer noch häufig mit.
Manche haben Gesang, Schauspiel oder Choreografie zu ihrem Beruf gemacht.
Hannah Schiller machte als Filmschauspielerin Karriere. Die Förderung
von jungen Talenten ist selbstverständlich (Louis Bungartz z. B.
singt seit seinem 6. Lebensjahr im Nachwuchschor der Oper und spielt
gleichzeitig große Rollen im Jungen Theater Bonn), aber im Zentrum steht
die Freude am kreativen Tun. Katjas unermüdlicher Einsatz ist dabei ein
Glücksfall für alle.
Tatkräftig unterstützt wird die Arbeit dieses wunderbaren Chors von dem
Verein MusiKi, der auch Kulturpartner der Theatergemeinde BONN ist.
Oper herrscht munteres Treiben. Der Kinderund
Jugendchor probt für
seine nächsten Auftritte, ganz aktuell für das adventliche MitsingKonzert
am 3. Dezember auf der großen Opernbühne. 88 junge Sängerinnen und
Sänger (von insgesamt rund 130) haben sich angemeldet, ein paar
mussten wegen der aktuellen Erkältungswelle aber wieder absagen,
erklärt Bernhard Gehrmann, der seit 2018 zum Betreuungsteam gehört.
„Mein Sohn hat hier schon mitgesungen“, erzählt er. „Ich selbst bin in
einem Kirchenchor. Die Musik macht mir Spaß, und die Arbeit mit den Kindern
hier ist eine schöne Aufgabe.“ Die Aufsichtspersonen sind vom
Theater Bonn und dem Staatlichen Amt für Arbeitsschutz in Köln beauftragt,
für die Sicherheit der jungen Chormitglieder zu sorgen. Das reicht
von der Einhaltung der Hausordnung bis zur Ruhestiftung, von der Notfallhilfe
bis zur gelegentlichen Seelentröstung. Bei Bühnenauftritten müssen
immer mindestens zwei erwachsene Aufsichtspersonen anwesend
sein, um alles im Blick zu behalten. Heute kümmert sich neben Bernhard
vor allem Mette Michels vom Jugendchor um die quirligen Kleinen vom
Vorchor.
Zunächst ruft Ekaterina Klewitz zum Einsingen. Eine Routineübung,
zuerst Summen, dann Tonleitern rauf und runter, zunehmende Konzentration
auf Stimme und Körper. Die Kleinen scharen sich eng um den
Flügel, die Größeren bleiben weiter hinten. Katja, wie alle sie hier nennen,
leitet den Nachwuchschor seit 2007. Die gebürtige Moskauerin (s. kulturInterview
Nr. 66, Mai 2010) kennt alle ihre Chorkinder sehr genau und
kümmert sich um deren kleinere oder größere Probleme. Die vielseitige
Künstlerin ist auch eine hervorragende Pädagogin und bei ihrem großen
Ensemble sehr beliebt. Obwohl sie mitunter auch streng sein kann und
hohe Anforderungen stellt.
2019 erreichte sie mit ihrem Chor das Halbfinale des renommierten Wettbewerbs
„Der beste Chor im Westen“, 2020 erhielt der Chor den Förderpreis
der Bonner Opernfreunde, 2021 wurde die Produktion „Faust“ für
den „Opus Klassik“ in der Kategorie Nachwuchsförderung nominiert. Etliche
große Opernhäuser beneiden Bonn um diesen besonderen Einsatz.
Im Mai 2023 konnte der Chor mit einem großen Jubiläumskonzert sein
30jähriges
Bestehen feiern. Selbstverständlich gehörte auch die Theatergemeinde
BONN zu den Gratulanten.
Inzwischen ist der Solorepetitor Elia Tagliavia eingetroffen, um die Probe
am Flügel zu begleiten, während Katja ans Dirigentenpult gewechselt hat.
Zuerst ist der Vorchor an der Reihe, also die Sechsbis
Zehnjährigen, die
ja nur 90 Minuten proben dürfen. Etliche Lieder haben sie schon eingeübt.
Katja lobt, wie gut sie alle die deutschen und englischen Texte beherrschen.
„Aber wo sind eure Hände, wenn ihr singt? Okay, ganz locker
hängen lassen!“ Das Lied „Dicke rote Kerzen“ klappt perfekt. Katja mahnt
noch mal: „Ihr müsst mit dem Gesicht dabei sein, also nach vorn schauen.
Die Noten bitte nicht nach unten halten! Und ihr müsst fröhlich singen,
damit das Publikum die ‚fröhliche Weihnachtszeit‘ spürt und Lust bekommt,
mitzusingen!“ Vor dem Lied „Wir haben Hunger, wir wollen essen“
verteilen Daniela und Eliana vom Hauptchor, die auch die Choreografie
des Konzerts übernommen haben, aus einem großen Eimer Holzlöffel
an die Kinder. Das rhythmische Klopfen damit muss noch geübt werden.
„Wer nicht aufpasst, bekommt die Löffel weggenommen“, droht
Katja scherzhaft. Trotz aller Konzentration wird viel gelacht an diesem
Probenabend.
Der Vorchor darf sich kurz ausruhen und zuschauen, während der Hauptchor
(10 bis 16 Jahre) und der Jugendchor (16 bis 20 Jahre) sich aufstellen.
„There is a Santa Claus“ aus dem Musical „Elf“ steht auf dem Programm.
Wie es mit den Choreografinnen einstudiert ist, rennt die junge
Solistin Iklim aufgeregt durch die Reihen. Katja mahnt: „Ihr müsst lebendig
sein und mit dem Körper darauf reagieren: Stellt euch vor, ihr wärt auf
dem Bonner Weihnachtsmarkt. Ihr habt alle Freiheit und könnt alles machen.
Nur denkt bitte daran, nicht nach unten zu schauen!“ Nach drei Anläufen
ist eine bewegte Szene entstanden.
Neben der musikalischen Arbeit und Konzertauftritten gehört auch das
szenische Spielen zu den Aufgaben der jungen Truppe. Bei zahlreichen
Opernaufführungen haben Mitglieder solistisch oder als Ensemble mitgewirkt.
Ab 1999 folgten dann auch viele Eigenproduktionen. Den Anfang
machte die Kinderoper Brundibár, komponiert von Hans Krása im KZ Theresienstadt.
Dieses Werk, inszeniert von Mark Daniel Hirsch, steht ab
dem 21. März 2024 unter Katjas musikalischer Leitung wieder auf dem
Spielplan. Wie bereits 2019 erneut mit der beklemmenden Rahmenerzählung
Überleben. Monolog von Lisa Sommerfeldt, vorgetragen von der
Bonner Schauspielerin Barbara Teuber.
Ein großer Erfolg war 2009 das KinderMusical
Die Chinesische
Nachtigall, bei dem Katja erstmals die musikalische Gesamtleitung übernahm.
In der Folge entstand eine ganze Reihe von neuen jungen MusiktheaterProduktionen,
mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Regisseur
Jens Kerbel, der zum Auftakt dieser Saison in der Oper das Musical
Frankenstein Junior inszenierte. Sehr beindruckend war auch Schuberts
Winterreise auf der großen Bühne mit vielen Mitgliedern des Jugendchors, inszeniert von Jürgen R. Weber.
Katja erarbeitete hier wie bei vielen anderen
Stücken die musikalischen Arrangements
und dirigierte die Vorstellungen.
Insbesondere bei Humperdincks
Oper Hänsel und Gretel stand sie mehrfach
selbst als Dirigentin am Pult des
Beethoven Orchesters.
In der laufenden Spielzeit gibt es keine
Oper, die Kinderstimmen erfordert. Im
vergangenen Sommer gab es zudem ein
paar rechtliche Unstimmigkeiten, die
zeitweise Proben und Auftritte von Chormitgliedern
unter 16 Jahren verhinderten, so dass beim Theaterfest im
August nicht alles wie geplant stattfinden konnte. Diese Probleme sind inzwischen
mit der Theaterleitung gelöst. In der nächsten Saison soll es auf
der großen Bühne wieder mehr Auftritte des Nachwuchschors geben. Viel
zu tun bleibt ohnehin. Am 17. und 18. Dezember nimmt der Kinderchor
zusammen mit einem Puppenspieler beim Sitzkissenkonzert Aschenputtel
im Opernfoyer das jüngste Publikum mit auf eine klingende Märchenreise.
Die drei Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Beim Weihnachtskonzert
des Beethoven Orchesters am 23. Dezember in der Kreuzkirche
wird der Chor u .a. Hindemiths musikalisches Märchen Tuttifäntchen aufführen.
Dafür wird dann in den kommenden Wochen intensiv geprobt. Je
nach Verfügbarkeit der Räume mal im Opernhaus, manchmal auch in den
Probenräumen auf dem Gelände der Halle Beuel.
Ob sie es anstrengend finden, frage ich einige Kinder. Gabriel (9) war
schon beim Jubiläumskonzert 2023 dabei, Ken (7) ist noch neu. Beide
sagen, dass es ihnen viel Spaß macht. Brooke (12) hat mit 7 Jahren angefangen
und ist gern dabeigeblieben. Sie mag am liebsten klassische
Musik, findet aber auch Songs wie „Do You Want to Build a Snowman?“
aus dem DisneyFilm
„Frozen“ sehr schön. Katja nimmt Anregungen der
Jugendlichen immer gern auf und mischt Oper, Musical, Barock, Pop und
Rock, damit alle ihre Vorlieben wiederfinden. Vielfältig soll es sein wie die
jungen Menschen in ihrem Chor.
Vielfältig ist das Engagement sowieso.
Bereits im November 2017 erlebte der
Chor ein ganz besonderes Ereignis. Beim
Weltklimagipfel COP 23 in Bonn eröffnete
er mit dem eigens dafür komponierten
Lied von Bernadette La Hengst I’m an
Island die Konferenz. Beim Welttag gegen
Desertifikation und Dürre im Juni
2020 erhob der Jugendchor seine Stimme
für einen sorgsamen Umgang mit unserem
Planeten (wegen Corona nur digital
zu erleben), im vergangenen September
waren sie zur Eröffnung der Nachhaltigkeitsbühne auf dem Bonner
Marktplatz eingeladen.
Es geht um mehr als gemeinschaftliches Singen, der Chor ist für viele ein
wichtiger emotionaler Erfahrungsraum. Etliche Freundschaften sind hier
entstanden, mehrere Ehemalige, wie z.B. Susanna Kilian, die auch als studentische
Hilfskraft im WölflHaus
tätig ist, wirken immer noch häufig mit.
Manche haben Gesang, Schauspiel oder Choreografie zu ihrem Beruf gemacht.
Hannah Schiller machte als Filmschauspielerin Karriere. Die Förderung
von jungen Talenten ist selbstverständlich (Louis Bungartz z. B.
singt seit seinem 6. Lebensjahr im Nachwuchschor der Oper und spielt
gleichzeitig große Rollen im Jungen Theater Bonn), aber im Zentrum steht
die Freude am kreativen Tun. Katjas unermüdlicher Einsatz ist dabei ein
Glücksfall für alle.
Tatkräftig unterstützt wird die Arbeit dieses wunderbaren Chors von dem
Verein MusiKi, der auch Kulturpartner der Theatergemeinde BONN ist.
Freitag, 21. Juni 2024