Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Seethaler, Robert: Das Café ohne Namen - Kultur Nr. 182 - Dezember 2023 | Theatergemeinde BONN | Kultur. Vielfalt. Erleben.
Literatur

Seethaler, Robert: Das Café ohne Namen - Kultur Nr. 182 - Dezember 2023

Wien nach dem 2. Weltkrieg, noch ist nicht alles wieder aufgebaut, es herrscht noch viel
Armut, aber es kommt Hoffnung auf.

Inhalt Robert Simon, der bisher als Handlanger auf
dem Markt gearbeitet hat, erfüllt sich einen
Traum und eröffnet am Rande des Marktplatzes
ein Café (ohne Namen, denn es fällt
ihm keiner ein!). Er bietet Kaffee an und Tee,
Wasser und Bier, zwei Sorten Wein, und
Schmalzbrote und Salzgurken, mehr nicht.
Ach, und im Winter einen Grog, der wärmt.
Aber kaum jemand hat Geld, und so wird Robert
Simon natürlich nicht reich. Er
arbeitet viel, es geht im gut, er ist
zufrieden, aber es hält nicht.
Warum können die schlichten,
fleißigen, sympathischen Figuren
des Robert Seethaler nie ihren
scheinbaren Aufstieg genießen?
Das vereint sie in all seinen Büchern,
der Erfolg ist immer nur
partiell, eine leise Melancholie
umgibt sie alle, vom „Trafikanten“
bis zu Robert Simon in seinem
Café, in dem und mit dem er vielen
Menschen Gutes tut, einfach,
selbstverständlich, selbstlos. Es
ist eine verrückte Sorte Mensch,
die sich da trifft, alle sind irgendwie
gescheitert. Aber als Simon
sein Café aufgeben muss, weil der
Hausbesitzer pleite macht und
ihm kündigen muss, geben sie ein
großes Abschiedsfest. Die Hoffnung
stirbt nie und irgendwie
geht es immer weiter. Ist es das,
was uns Seethaler, dieser stillste unter den lauten BestsellerAutoren,
sagen will? Zum Trost und auch als Aufforderung?

Mittwoch, 05. Juni 2024