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„Fidelio“ light
Nach dem eindrucksvollen Beethoven-Abend des Kevin O’Day-Ballett am Mannheimer Nationaltheater im Juni und dem fabelhaften Tanzstück Poppea/Poppea nach Monteverdis Oper L’Incoronazione di Poppea, mit barocker Sinnlichkeit im Juli präsentiert von Gauthier Dance aus Stuttgart, gastierte im September das Atlantic Ballett Theatre of Canada mit seinem Fidelio im Opernhaus. Die von dem ukrainischen Choreographen Igor Dobrovolskiy 2001 gegründete Truppe hat sich auf große Stoffe der Weltliteratur spezialisiert. Im Auftrag von Theater Bonn entstand Fidelio, hier am 11. September 2010 im Rahmenprogramm des diesjährigen Beethovenfestes uraufgeführt. Allerdings nicht zur Musik der einzigen Oper des größten Sohnes dieser Stadt, sondern zu dessen 7. und 8. Sinfonie. Spannungsreich schwungvoll live gespielt vom Beethovenorchester Bonn unter der energischen Leitung des neuen Kapellmeisters Robin Engelen.
Der brutale Kerkermeister Pizarro ist in dieser „Fidelio“-Interpretation eine Frau (elegant getanzt von Anya Nesvitaylo), was den politischen Konflikt jedoch ins Private verschiebt. Die mächtige Doña Pizarro begehrt Florestan, der seiner Gattin Leonore treu bleibt und deshalb in den Knast wandert.
Dort trägt man gestreifte Gefängnisklamotten und kleine Drahtkäfige um den Kopf. Großartig verkörpert Evelina Sushko, deren Beine im Spitzenstand-Spagat bis zur mehr als zwei Meter hohen Decke des wackligen Metallgitter-Verlieses der Eingesperrten reichen, die zwischen Frau und Mann changierende Heldin Leonore/Fidelio. Die klassisch getanzten Pas de deux zeigen differenzierte psychische Befindlichkeiten, die Ensembleszenen sind raffiniert verwoben. Ein paar Pathosgesten wiederholen sich, bis am bizarren Ende fidele Freiheit herrscht und Pizarros putziges Kanönchen ironische Götterfünkchen versprüht. Die brillant getanzte „Fidelio“-Operettenversion machte Spaß und neugierig auf weitere Ideen zur großen Geschichte, die Beethoven dramatischer erzählte.
Nach dem eindrucksvollen Beethoven-Abend des Kevin O’Day-Ballett am Mannheimer Nationaltheater im Juni und dem fabelhaften Tanzstück Poppea/Poppea nach Monteverdis Oper L’Incoronazione di Poppea, mit barocker Sinnlichkeit im Juli präsentiert von Gauthier Dance aus Stuttgart, gastierte im September das Atlantic Ballett Theatre of Canada mit seinem Fidelio im Opernhaus. Die von dem ukrainischen Choreographen Igor Dobrovolskiy 2001 gegründete Truppe hat sich auf große Stoffe der Weltliteratur spezialisiert. Im Auftrag von Theater Bonn entstand Fidelio, hier am 11. September 2010 im Rahmenprogramm des diesjährigen Beethovenfestes uraufgeführt. Allerdings nicht zur Musik der einzigen Oper des größten Sohnes dieser Stadt, sondern zu dessen 7. und 8. Sinfonie. Spannungsreich schwungvoll live gespielt vom Beethovenorchester Bonn unter der energischen Leitung des neuen Kapellmeisters Robin Engelen.
Der brutale Kerkermeister Pizarro ist in dieser „Fidelio“-Interpretation eine Frau (elegant getanzt von Anya Nesvitaylo), was den politischen Konflikt jedoch ins Private verschiebt. Die mächtige Doña Pizarro begehrt Florestan, der seiner Gattin Leonore treu bleibt und deshalb in den Knast wandert.
Dort trägt man gestreifte Gefängnisklamotten und kleine Drahtkäfige um den Kopf. Großartig verkörpert Evelina Sushko, deren Beine im Spitzenstand-Spagat bis zur mehr als zwei Meter hohen Decke des wackligen Metallgitter-Verlieses der Eingesperrten reichen, die zwischen Frau und Mann changierende Heldin Leonore/Fidelio. Die klassisch getanzten Pas de deux zeigen differenzierte psychische Befindlichkeiten, die Ensembleszenen sind raffiniert verwoben. Ein paar Pathosgesten wiederholen sich, bis am bizarren Ende fidele Freiheit herrscht und Pizarros putziges Kanönchen ironische Götterfünkchen versprüht. Die brillant getanzte „Fidelio“-Operettenversion machte Spaß und neugierig auf weitere Ideen zur großen Geschichte, die Beethoven dramatischer erzählte.
Montag, 21. März 2011