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Medea 38 / Stimmen

Medea 38/Stimmen
Foto: Thilo Beu
Medea 38/Stimmen
Foto: Thilo Beu

Schauspiel - Dogan Akhanli

nach Christa Wolf, Euripides und Seneca
Inszenierung: Nuran David Calis
Premiere (Uraufführung): 9.09.2022

Medea, die zauberkundige Tochter des Königs Aietes von Kolchis, verhalf Iason, dem Anführer der Argonauten, aus Liebe zu Ruhm. Mit ihrer Unterstützung gelangte Iason an das Goldene Vlies aus Medeas Heimatstadt. Dafür verriet Medea ihren Vater und ermordete ihren Bruder. Iasons Dankbarkeit währte jedoch nicht allzu lang: Er betrog sie mit der Tochter von König Kreon, an dessen Hof in Korinth Iason und Medea Zuflucht gefunden hatten, und plante seine zweite Vermählung. Als Medea erfuhr, dass sie im Zuge dessen vom Hof verbannt werden sollte, ersann sie Rachepläne. Diese führten so weit, dass sie sogar – schwankend zwischen rationalem Kalkül und Leidenschaft – ihre Kinder ermordete. So wird es in dem 431 v. Chr. erstmals aufgeführten Drama des griechischen Dichters Euripides (*480/485; †406 v.Chr.) erzählt. Das Werk regte zahlreiche Dichter, Komponisten und bildende Künstler bis in die Gegenwart an, auch den römischen Philosophen und Dramatiker Lucius Annaeus Seneca („Seneca der Jüngere“, *1 in Corduba; † 65 n. Chr. in der Nähe Roms).
Die Schriftstellerin Christa Wolf (*1929 in Landsberg an der Warthe; †2011 in Berlin) stellt in ihrem im Jahr 1996 veröffentlichten Roman „Medea.Stimmen“ die Protagonistin als Opfer von männlicher Macht und Fremdenhass dar. Medea muss aus Korinth fliehen, weil sie einem dunklen Regierungsgeheimnis auf die Spur gekommen ist.
Der türkische Autor Dogan Akhanli (*1957 in Savsat; †2021 in Berlin), politischer Geflüchteter, Experte für die Genozide des 20. Jahrhunderts und Menschenrechtsaktivist, dachte für das Schauspiel „Medea 38 / Stimmen“, ein Auftragswerk für das Theater Bonn, die Version der Medea von Christa Wolf weiter. Er versetzte die Geschichte an einen „Erinnerungsort“, der das antike Griechenland mit den Geschehnissen rund um den Dersim-Aufstand, den letzten großen Kurdenaufstand im Jahr 1938 in der türkischen Stadt Dersim, verbindet. Akhanli verwob den Medea-Stoff mit drei Frauen der türkischen Geschichte, die in einem System patriarchaler Willkür und Unterdrückung auf der Suche nach einer eigenen Identität sind. Zugleich wirft das Stück Fragen nach Werten und Zukunftsperspektiven auf.
Nuran David Calis (*1976 in Bielefeld) ist Sohn armenisch-jüdischer Einwanderer aus der Türkei. Er studierte Regie an der Otto-Falckenberg-Schule in München und arbeitet als Regisseur, Theater- und Drehbuchautor u. a. am Schauspiel Köln, Deutschen Theater Berlin und Schauspiel Stuttgart.

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Letzte Aktualisierung: 03.10.2022 12:01 Uhr     © 2022 Theatergemeinde BONN | Bonner Talweg 10 | 53113 Bonn