Elo, Elisabeth: Die Frau, die nie fror

kultur 112 - Januar 2015

Zuerst, als ich den Titel las, dachte ich, da hat jemand über mich geschrieben! Aber die Heldin, Pirio Kasparov, hat doch nichts mit mir gemeinsam, nicht mal, dass sie nie friert. (Da hat sicher jemand den Titel unzulänglich übersetzt.)
Pirio, die ihr russischer Vater für zu weich und die Navy für mutig hält: Für die Menschen in Boston ist sie heldenhaft und für die meisten Männer attraktiv, und für die Wissenschaftler ein Phänomen, denn noch nie ist ein Mensch bei eisigen Temperaturen vier Stunden im Meer getrieben und wurde lebend geborgen. Sie kann nicht erklären, wieso ihr das gelang, sie wollte halt nur leben. Sie war mit einem Freund im Kutter zum Hummerfang unterwegs, als ein großes Schiff das kleine rammte und „Fahrerflucht“ beging.
Während der Mann Hilfe herbeirief, sank es und er starb dabei, sie trieb auf dem Meer und überlebte.
So beginnt es. Dann entwickelt sich das Buch zu einem spannenden Wirtschaftskrimi, als Pirio versucht, herauszufinden, wer sie da – und ob aus Versehen oder gezielt – gerammt hat. Es geht natürlich um viel Geld, um Walfang, Schmuggel und undurchschaubare (und bei uns auch weithin unbekannte) Geschäfte.
Das Buch, ein Erstling, hat mich nicht ganz überzeugt in der zweiten Hälfte, besonders in der Endphase, dennoch ist es für uns wegen der so neu- und fremdartigen Schauplätze und wegen der sympathischen mutigen Hauptperson, der Frau, die nie fror, lesenswert (finde ich)!



Elisabeth Elo
Die Frau, die nie fror
Originaltitel: North of Boston,
aus dem Amerikanischen übersetzt von
Kathrin Bielfeldt,
Ullstein, Februar 2014,
Hardcover,
gebunden mit Schutzumschlag,
512 Seiten,
19,99 €.

Donnerstag, 05.02.2015

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