Vermeulen, John: Zwischen Gott und der See

kultur Nr. 25 - März 2006

Weithin ist er wohl unbekannt, der Gerhard Mercator, und er ist doch einer, der die Welt bewegte, veränderte, oder doch entscheidend prägte. Er lebte von 1512-1594, fast ein Jahrhundert also. Er war Humanist, Gelehrter, Kosmograph, er war der erste, dem es gelang, die Kugelform der Erde auf eine zweidimensionale Karte zu übertragen. Er machte damit die Seefahrt sicherer, aber er schuf sich auch Neider und Feinde, vor allem die allmächtige Inquisition. Er verließ seine niederländische Heimat, suchte Zuflucht und neue Wurzeln im damals liberalen und dörflich-kleinen deutschen Duisburg.
Den Autor Vermeulen kennen wir durch seine Biographien über Breughel und Hieronymus Bosch, er verbindet Fakten und Fiktion, er versteht es, Tote lebendig zu machen, er lässt eine Zeit entstehen, in der seine Protagonisten wirkten, liebten und litten, vor allem aber kämpften und dachten und mutig nach ihrer Bestimmung lebten gegen alle Widerstände. So malt er immer auch ein Bild der Zeit seiner Helden, und das macht auch dieses dicke Buch überaus interessant, denn - Hand aufs Herz -, wer hat schon wirklich etwas von Gerhard Mercator gehört? Aber wir leben heute alle und täglich mit Karten, die auf seiner Erfindung fußen, die im fernen 16. Jahrhundert die Welt veränderten.

John Vermeulen:
Zwischen Gott und der See,
Diogenes,
gebunden,
August 2005,
687 S.,
22,90 €.

Donnerstag, 19.01.2012

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