Surminski, Arno: Die Vogelwelt von Auschwitz

kultur Nr. 53 - Januar 2009

Wieviel haben Sie schon über Auschwitz, über Holocaust, über Vernichtung und Gaskammern und Selektion in Birkenau, über das unvorstellbare Grauen, das diese Worte beinhalten, gelesen, gehört, gesehen?
Und ich komme Ihnen mit noch einem Buch?
Verzeihen Sie mir, ich hätte es ja auch beinahe nicht gelesen, wenn da nicht der Verfasser Arno Surminski hieße.
Es ist ein kleines, leises, von aller Kritik und Reklame unbeachtetes Buch, ein wunderschönes, versöhnliches, eines der ganz wenigen, von denen ich nach den ersten Seiten wusste, dass ich es haben möchte.
Es ist die Geschichte eines SS-Wachmannes, im Zivilleben Ornithologe, der nicht morden möchte und darum bittet, als Wissenschaftler die Vogelwelt im unbekannten und unerforschten Gebiet im fernen Osten des „Reiches“ zu studieren. Um das Gefundene zu zeichnen, erbittet er die Hilfe des polnischen Gefangenen Marek, im Zivilberuf Kunststudent.
Die beiden ungleichen Männer beschäftigen sich zwei Jahre lang mit den Vögeln, sie kommen einander näher und bleiben sich doch fern, und während all der Zeit wird Birkenau gebaut, kommen die Waggons voller Menschen an, dem Tode geweiht, zieht der Rauch über die friedliche Gegend, brüten die Vögel und fliegen gen Süden, geschieht all das Furchtbare, von dem wir wissen, aber es geschieht zwischen den Zeilen.
Lesen Sie es, und seien Sie getröstet von dem guten Ende...

Die Vogelwelt von Auschwitz
von Arno Surminski,
Langen/Müller,
Februar 2008,
191 Seiten, gebunden,
17,90 €

Mittwoch, 05.01.2011

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