Capus, Alex: Léon und Louise

kultur 79 – Oktober 2011

Was wäre gewesen, wenn Romeo und Julia nicht gestorben, sondern erwachsen geworden wären?
Kishon hat mal ein Theaterstück geschrieben, das von der Silberhochzeit der beiden handelte...
Warum ich Ihnen das erzähle?
Das neue Buch von Alex Capus (erinnern Sie sich an die Frage der Zeit, die ich Ihnen vor zwei Jahren vorstellte?) handelt von der Liebe zweier sehr junger Menschen, die ein Angriff der Deutschen aus der Luft im 1. Weltkrieg auseinanderriss. Beide überleben schwer verletzt, halten den anderen für tot. Sie vergessen einander nie. Nach zehn Jahren treffen sie sich zufällig wieder, gehen bewusst auseinander, denn Léon ist verheiratet und hat Kinder. Im Alter von 62 Jahren werden sie ein gemeinsames Leben beginnen.
Ganz kurz erzählt und völlig unzulänglich stelle ich Ihnen hier ein stilles leises Buch vor, das zwei Weltkriege fast nebenbei erwähnt (aus französischer Sicht), Leid und Not und Sehnsucht und immer wieder Hoffnung, die sich
schließlich erfüllt.
Das Buch beginnt mit der Beerdigung von Léon im Kreise seiner großen Familie und mit dem Auftritt der alten Dame, die ungeheuer selbstbewusst am Sarg Abschied nimmt von ihrer lebenslangen großen Liebe.
Romeo und Julia, sagte ich am Anfang? Aber die sind ja ganz jung gestorben, trotzdem als das berühmteste Liebespaar in die Literatur eingegangen. Ob das Léon und Louise auch schaffen werden?

Hanser, Februar 2011
gebunden, 320 Seiten,
19,90 €

Donnerstag, 11.10.2012

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