Strauss, Richard (1864 - 1949)

kultur Nr. 22 - Dezember 2005

Richard Strauss wird als Sohn des seinerzeit berühmten Hornisten Franz Joseph Strauss und der aus der Bierbrauer-Dynastie stammenden Josephine Pschorr in München geboren. Ihm steht ein abwechslungsreiches und überaus erfolgreiches Leben bevor mit den Stationen Meiningen - München - Berlin - Wien und wieder Berlin. Dies sind die Hauptwirkungsstätten seiner späteren Dirigententätigkeit. Darüber hinaus unternimmt er zahlreiche Konzertreisen ins In- und Ausland.
Gefördert wird das junge Talent von dem Dirigenten Hans von Bülow, der ihm seine erste Anstellung als Musikdirektor in Meiningen vermittelt (1885) und seine ersten Kompositionen zur Aufführung bringt. Die Freundschaft mit Alexander Ritter bringt die Begeisterung für Richard Wagner mit sich - sehr zum Entsetzen des eigenen Vaters, einem vehementen Gegner dieses Komponisten. Richard III. - wie ihn von Bülow einmal nannte ("Richard I. ist Wagner, einen Richard II. gibt es nicht, also ist Strauss Richard III.") - komponiert in der Folge vor allem Lieder, sinfonische Dichtungen, die er meist "Tondichtungen" nennt, sowie Opern.
Während Strauss den Text zu seiner ersten Oper ”Guntram” noch selbst verfasste, bringt die spätere Zusammenarbeit mit dem Textdichter Hugo von Hofmannsthal einige seiner bekanntesten Opern hervor, unter ihnen ”Elektra”, ”Der Rosenkavalier” und ”Die Frau ohne Schatten”. Der umfangreiche Briefwechsel zwischen den beiden Künstlern belegt eindrucksvoll Strauss' dramaturgisches Gespür.
Berühmt ist der Komponist vor allem auch für seine Instrumentationskunst, die sich besonders in seinen sinfonischen Dichtungen gut verfolgen lässt. Neben Werken wie ”Don Juan”, ”Till Eulenspiegels lustige Streiche” oder ”Don Quichotte” ist vor allem die Komposition ”Also sprach Zarathustra” populär geworden, deren Anfangstakte für den Film "2001: Odyssee im Weltraum" sowie für Fernsehwerbungszwecke verwendet wurden. Die bis dato umfangreichste Orchesterbesetzung verwendet Strauss in ”Eine Alpensinfonie”, die als Meisterwerk der Instrumentierung gilt.
Strauss war verheiratet mit der Sängerin Pauline de Ahna, der er einige seiner Lieder widmete. Das sicherlich bekannteste Werk dieser Gattung sind die ”Vier letzten Lieder” (für hohe Stimmen und Orchester) aus dem Jahre 1948. Die letzte vollendete Komposition ist allerdings das Lied ”Malven”, das erst 1982 im Nachlass von Maria Jeritza entdeckt und 1985 von Kiri te Kanawa uraufgeführt wurde.
Strauss war zu seinen Lebzeiten nicht nur ein äußerst erfolgreicher und im In- und Ausland berühmter Komponist, er setzte sich auch nachhaltig für die Rechte und die Stellung seiner Berufsgruppe in der Gesellschaft ein. Er war Mitbegründer einer Komponistengenossenschaft, die u.a. für die Verbesserung des Urheberrechts eintrat. Die Gründung der GEMA im Jahre 1903 ist diesem persönlichen Einsatz mit zu verdanken. Umstritten ist Strauss' Stellung als Präsident der Reichsmusikkammer von 1933-35. Aufgrund eines Briefwechsels mit dem Schriftsteller Stefan Zweig, der den Text zu seiner Oper ”Die schweigsame Frau” verfasste, wurde er dieses Amtes jedoch enthoben. Strauss starb 85-jährig in Garmisch-Partenkirchen, wo ihm seit 1905 eine Villa als Refugium diente. E.H.

Zum Nachlesen:
Walter Deppisch, Richard Strauss, Rowohlt.
Maria Publig, Richard Strauss: Bürger - Künstler - Rebell, Eine historische Annäherung, Styria Verlag.


Zum Nachhören:
R. Strauss, Also sprach Zarathustra, Till Eulenspiegel, Don Juan;
Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker; Deutsche Grammophon.
-, Eine Alpensinfonie; Giuseppe Sinopoli, Staatskapelle Dresden; Deutsche Grammophon.

Dienstag, 25.02.2014

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