Bellini, Vincenzo (1801 - 1835)

kultur 78 - Juli 2011

Der gebürtige Amerikaner Barber war der Neffe der gefeierten Opernaltistin Louise Homer und des Komponisten Sidney Homer, welche sein musikalisches Talent früh förderten. Bereits mit sieben Jahren begann Barber zu komponieren; am Curtis Institute in Philadelphia studierte er von 1924-32 Klavier, Komposition, Dirigieren und Gesang. Bis zum Anfang der 40er Jahre trat er als Baritonsänger in Erscheinung. Sein internationaler Ruhm wurde im Jahre 1938 durch die Uraufführung des "Adagio für Streichorchester op. 11" und des "First Essay für Orchester op. 12" begründet, welche von Arturo Toscanini geleitet und landesweit im Rundfunk übertragen wurde. Beginnend mit dem "Violinkonzert op. 14" (1939) entstanden in den folgenden Jahren fast alle Werke des Komponisten im Auftrag bestimmter Virtuosen oder Ensembles. Barber komponierte Orchesterwerke, Kammermusik und Klaviermusik sowie Lieder, Chöre und Bühnenwerke (unter ihnen die beiden Opern "Vanessa" und "Antony and Cleopatra"). Für das "Klavierkonzert op. 38" und die Oper "Vanessa" erhielt der Komponist jeweils den Pulitzer-Preis. Barbers "Klaviersonate op. 26" ist das meistgespielte Klavierstück des amerikanischen Repertoires; Vladimir Horowitz brachte sie im Jahre 1949 zu ihrer Uraufführung. Für eine Verbreitung der Lieder und Liederzyklen des Komponisten, die auf lyrische und nostalgische Texte europäischer, oft keltischer Dichter zurückgreifen, hat sich unter anderen D. Fischer-Dieskau eingesetzt.
Das bekannteste Werk des Komponisten ist nach wie vor das "Adagio für Streichorchester op. 11", das eine Bearbeitung des zweiten Satzes seines Streichquartetts ist. Es avancierte zu einem Klassiker der amerikanischen Musik und wurde sowohl bei zahlreichen Gedächtniskonzerten gespielt, als auch in Filmen verwendet; das bekannteste Beispiel hierfür ist der Kriegsfilm "Platoon".
Barbers Musikstil ist sehr expressiv, orientiert sich aber an der tonalen Sprache des späten 19. Jahrhunderts. "Moderne" Elemente wie Dissonanzen, tonale Mehrdeutigkeit oder Reihentechniken finden ab den 1940er Jahren zwar Eingang in seine Werke; jedoch bleibt Barber seinem persönlichen Stil treu. Im Adagio und im Violinkonzert macht sich eine Neigung zu lang ausgesponnenen Melodien bemerkbar. In Barbers großen Orchesterwerken verwendet er eine reiche Palette an Instrumentierungen. Der Komponist bevorzugt traditionelle Formmodelle wie die Sonatenhauptsatzform, Fuge und Passacaglia. Durch diese musikalischen Merkmale wurde Barber öfters mit J. Brahms verglichen; zeitgenössische Kritiker bezeichneten ihn als konservativ. Barber genoss jedoch zeitlebens internationale Anerkennung; die Lebendigkeit und Ausdruckskraft seiner Musiksprache haben ihn bis heute der Konzertliteratur erhalten.
Ab dem Jahre 1978 hatte Barber mit einem Krebsleiden zu kämpfen. Leonard Bernstein dirigierte das Konzert anlässlich seines Todes, in dem ebenfalls das "Adagio op. 11" erklang. E.H.

Zum Nachhören:
- Gershwin, Rhapsody in Blue; Copland, Appalachian Spring; Barber, Adagio, Bernstein, Los Angeles Philharmonic Orchestra - Deutsche Grammophon.
- Barber & Meyer, Violin Concertos, Hilary Hahn, Hugh Wolff, The Saint Paul, Chamber Orchestra - Sony.
- Barber, Summer Music op. 31; Danzi, Quintett op. 67, Nr. 2; Klughardt, Quintett, op. 79; Berio, Opus Number Zoo, Arcis Quintett - deutsche harmonia mundi.

Donnerstag, 12.09.2013

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