Tonmeister/in - kultur 30 - Oktober 2006

Der Aufgabenbereich des Tonmeisters einer Spielstätte ist an einer Schnittstelle zwischen Kunst und Technik angesiedelt. Der Tonmeister leitet die tontechnische Abteilung, die für die Koordination der Wünsche des Regisseurs und Anforderungen des Dirigenten mit den zur Verfügung stehenden technischen Mitteln und für die entsprechende Umsetzung zuständig ist. Für eine Inszenierung stellt der Tonmeister alle benötigten tontechnischen Effekte her - seien es externe Musikeinspielungen oder andere Klangeffekte oder Verstärkungen, Wiederholungen oder sonstige Veränderungen der von den Darstellern gesprochenen oder gesungenen Live-Passagen. An Opernhäusern ist der Tonmeister i.d.R. auch für die Funktionalität der Videoübertragungsanlage zuständig, mit der die Kommunikation zwischen Dirigent, Orchester, Bühnendarstellern und technischem Personal verbessert wird. Zudem koordiniert der Tonmeister den Einsatz seiner Mitarbeiter (Tontechniker, Fachkräfte für Veranstaltungstechnik etc.) und kalkuliert die anfallenden Aufgaben.
Bezüglich der Qualifikation für diesen Beruf ist eine eindeutige Angabe kaum möglich, denn die Berufsbezeichnung „Tonmeister/in“ ist nicht gesetzlich geschützt. Auch der Studiengang Diplom-Tonmeister/in ist nicht generell erforderlich, um als Tonmeister tätig zu werden. Gleichzeitig qualifiziert dieser Studiengang auch zu anderen Tätigkeiten als der eines Tonmeisters am Theater - so z.B. auch zur Leitung der akustischen oder audiovisuellen Umsetzung bei Filmproduktionen, in Musikstudios/-verlagen oder Rundfunkanstalten.
Zu den Grundvoraussetzungen der Tätigkeit als Tonmeister einer Spielstätte gehört auf jeden Fall eine ausgeprägte Musikalität, die Fähigkeit, Noten und Partituren zu lesen und die Beherrschung des tontechnischen Instrumentariums (Mikrofone, Regler, Verstärker, Lautsprecher, Aufnahmegeräte etc.).
Der Studiengang Diplom-Tonmeister/in wird von Musik- und Kunsthochschulen angeboten - z.B. an der Hochschule für Musik in Detmold, an der Erich Thienhaus 1946 dieses Fach gründete, oder in Berlin an der Hochschule der Künste oder der TU. An Fachhochschulen kann Ton- und Bildtechnik mit dem Abschlusstitel Diplom-Ingenieur studiert werden. Zu den Studieninhalten gehören u.a. Instrumentalunterricht, Gehörbildung, Musiktheorie, Mathematik und Elektrotechnik, Musikgeschichte, Gerätekunde und Studiotechnik. Zudem muss ein mindestens dreimonatiges aufnahmetechnisches Praktikum absolviert werden. Das Gehalt eines Tonmeisters kann bei Bezahlung nach Tarif zwischen 2.951 und 3.745 € liegen. J.S.

Quellen und weitere Informationen:
Bundesagentur für Arbeit, Berufenet: Dipl.-Tonmeister: http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.do;
Deutscher Bühnenverein, Berufe am Theater: Tonmeister/in: http://www.buehnenverein.de/berufe/berufe_details.php?id=48.

Donnerstag, 06.12.2007

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